Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 13 (1866-1867)
- Issue
- Heft 12 (September 1867)
- Article
- Skizzen zu einer Geschichte der Juden in Köln
- Date
- 1867-09-01
- Page
- 417 (sequence 8)
- Language
- German
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Von Dr. Schwarz. 417 Auch der König Sigismund ertheilte ihnen 1414, da sie ihn freiwillig mit Geld unterstützt hatten, das Privilegium, welches theils ihre alten Rechte bestätigt, theils hinzugefügt, daß die Mitglieder derJubeugemeinde Kölns nicht verbunden seien, vor einem anderen jüdischen Meister, den sie ihren Rabbi oder Hochmeister nennen, aus eine Klage zu antworten, als vor dem, welcher zu Köln seinen Sitz hat oder in Ermangelung eines solchen, vor demjenigen, der in der zunächst gelegenen Reichsstabt wohnt. Die bisher übliche Form des Eides soll lauten: ״Als Gott helf by der Ee die Gott gab uf dem Berg Synai." Seinem P rotonotar Johann Kirchen und dessen Erben verpfändete er sämmtliche von den Juden zu beziehende Abgaben. Von Aachen aus dekretirt der König 1416 wiederholt: ״in Ansehung, daß die gemeine Judenschast der Stadt Köln, seine und des Reiches Kammerknechte, ihm und dem Reiche zu der Zeit großen Wohlgefallen und Billigkeit bewiesen und treffliche Dienste geleistet hatten," er alle ihre Gnaden, Privilegien, Rechte und Gewohnheiten, die sie vom Erzbischof Dietrich* *), seinen Vorfahren, dem Capitel und der Stadt Köln erhalten hatten, erneuern wolle. Natürlich mußten sie diese königliche Gnade mit theuerem Gelde bezahlen. Nachdem sie dem nimmersatten Sigismund 12,000 sl. eingehändigt haben, verlangte er 1418 nicht weniger als abermals 84,000 st. Nun was nützten ihnen in jenen grausigen Zetten der Tyrannei, Bedrückung, Willkür und Raublust die Verheißungen eines Schützlings? (Fortsetzung folgt.) Moesgin, Soeskint's Eidam, von Syberg 10 Gulden. Israel, Sawel's Sohn, von Mainz, 12 ״. Liepert von Heidelberg, 12 ״. und Salomon von Bacharach, 26 ״. Diese 41 Familien waren die letzten in Köln vor ihrer völligen Verweisung aufgenommenen Juden. (Weyden, Note 19 S. 337.) *) Der Erzbischof Dietrich II. von Mörs bestätigte 1415 den Juden Kölns und des ganzen Erzstiftes ihre Freiheiten und Privilegirn auf zehn Jahre.