Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 13 (1866-1867)
- Issue
- Heft 10-11 (Juli 1867)
- Article
- Deutschland : Wien [Nachricht]
- Date
- 1867-07-01
- Page
- 392 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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393 ser Weise weißgewaschene Präfect hat den Konsuln alsbald schriftlch mit dürren Worten erklärt, daß ihre anders lautenden Berichte von Entstellungen wimmelten, und daß sie sich überhaupt in Dinge gemischt hätten, die sie nichts augingen. Zu derselben Zeit hat (wie bereits bekannt) Fürst Karl die von den Vertretern der fremden Mächte zum Behuf gemeinsamer Vorstellungen nachgesuchte Collectiv- Audienz abgelehnt und nur den russischen Gcneralconsul empfangen, der ausdrücklich angewiesen war, eine besondere Audienz zu verlangen. Die Repräsentanten der Mächte haben unter Darlegung dieses Sachverhalts weitere Verhaltnngsbcfehle erbeten, und der türkische Generalgouverneiir Mihat Pascha hat gegen die Ergebnisse der oben gedachten commissionellen Untersuchung auf der Stelle formellen Protcst eingelegt und eine unparteiische Erhebung der Thatsachen, allenfalls durch eine internationale Cemmission, gefordert." — Englische Blätter thcilen aus parlamentarischen Aetcnstücken über die Juden- Verfolgung in den Donaufürstenthümeri! eine blntcrrcdnng mit, die der britische Cvnful, St. Glair, am 27. Juni mit dem nach Jassy gekommenen Fürsten Karl hatte. Er trug dem Fürsten vor, daß am 24. Juni mehr als 200 Inden geschlagen und mißhandelt worden und daß einige dreißig, die Spuren der llnbildcn an sich tragend, Haar und Bart versengt und zerzaust, bei dem britischen Consulate erschienen seien. Der Consnl sah eine Jüdin, die von einem Soldatcu einen Bayonneistich in den Arm erhalten, weil sie ihn zu verhindern suchte, ihren Gatten zu mißhandeln. Fürst Karl versicherte, er sei entschlossen, dem Treiben Einhalt zu thun und die Schuldigen streng zu bestrafen. Am 28. Juni schreibt der Consnl, die betheiligtcu Osficicre seien in Arrest und sähen ihrer Bestrafung entgegen. Er habe dem Fürsten jedoch die Besorgniß ausgedrückt, daß nach dessen Abreise nach Jassy die Sache wieder ihren früheren Gang gehen werde: die Behörden seien schwach oder pflichtvergessen und das Volk keineswegs für eine importirtc europäische Constitution geeignet. (Fr. I.) f\ Wien, 9. August. Soeben erfahre ich, daß der englische Gcneralconsul in Bukarest, Herr Green und der Consnl in Galatz Herr Ward allen bedrängten dortigen Inden eine Zufluchtsstätte in ihren Consulatsgebäuden gewährt haben. Zur ferneren Charakteristik der Vorgänge in Rumänien mag noch folgende der ״N. Fr. Pr." entnommene Notiz hier Raum vergönnt sein: Die ״Gazetta de Jassy" vorn 21. Juli theilt ein ׳Schreiben ans Bakow mit, in dem ihr Cvrrespondent die Ansprache des Herrn Bratiano citirt, welche dieser, an das dortige versammelte Beamten-Personal in der Absicht gerichtet hat, um den Beamten ein durch das Gesetz maskirtes Mittel zur ivirksanlen Verfolgung