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Jeschurun · 1867-06-01 · Heft 9 (Juni 1867) · p. 317

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Journal
Jeschurun
Volume
13 (1866-1867)
Issue
Heft 9 (Juni 1867)
Article
Ein Wort zur Zeit
Date
1867-06-01
Page
317 (sequence 5)
Language
German
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Kon Ör. Herrmann Lipschitz. Bi? verkrüppeltes Deutsch zu schreiben, um in den eigenen armseligen deutschen Sthlproben das germanische Idiom als eine die Schonheit und Herrlichkeit der es überstrahlenden und verdunkelnden ungarischen Sprache glänzend hervorhebende Folie figuriren zu lassen?! Und dieses Organ besitzt eine ganze Schaar gleichgesinnter Mitarbeiter und Förderer, verfügt über eine namhafte Anzahl von Helfern und Helfershelfern; und, daß diese literarische Schmarotzerpflanze und diese sic pflegende und nährende Genossenschaft auf dem Boden der religiösen Entwickelung der ungarischen Judenschaft bereits große Verheerungen angerichtet habe, ist eine männtglich bekannte traurige Wahrheit. Und ebenso ist es eine nicht zu bezweifelnde Gewißheit, daß diese destruktive Partei in ihrer Bemühung, die conservativ-religiöse Richtung als Antipode des ungarischen Elementes darzustellen, die vortrefflichste Waffe zur Bekämpfung derselben besitze, eine Waffe, die mit der Zeit sehr gefährlich -und verhängnißvoll werden kann für den Fortbestand der jüdischen Orthodoxie in Ungarn. Der Ungar, der bekanntlich für seine Sprache und Nativnalität wahrhaft begeistert, ja, man möchte sagen, wahrhaft fanatisirt ist, kann durch Nichts in der Wett so sicher gewonnen, so leicht geködert werden als durch Beweise der Sympathie und Verehrung für seinen nationalen Geist und Charakter, für seine nationale Sprache und Literatur; und durch Nichts wieder kann er so sehr erzürnt und in Harnisch gebracht werden als durch Bekundung der Gleichgültigkcit und Theilnahmlosigkeit für diese seine kostbarsten heiligsten Lebensgüter. Das Nationalbewußtsein ist die schwache Seite, die Achillesferse des Magyaren; wer diesem schmeichelt, der bat labenden Balsam in seine Brust geträufelt, und der hat sein — Herz erobert; wer dieses verletzt, der hat den zartesten Nerv seines Lebens verwundet, und der hat den glühendsten Haß, dessen er fähig ist, in seiner Seele aufgestachelt. Wenn nun die Häupter und Führer uiiserer gesetzestreucn Glaubensgenossen in Ungarn es ruhig und mit verschränkten Armen zuschcn werde», wie ihre abtrünnigen Brüder alle möglichen Hebel in Bewegung setzen, um das Ungarvolk und dessen oberste Vertretung für die Ansicht zu gewinnen, daß die der Reform huldigenden Juden mit Leib und Seele dem Ungarthume ergeben, die jüdische Orthodoxie hin.egen demselben feindlich und abgeneigt sei, wenn sie müßig die Hände in den Schoß legen wer-

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