Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 13 (1866-1867)
- Issue
- Heft 6 (März 1867)
- Article
- Die pathologische Anatomie des Talmud
- Date
- 1867-03-01
- Page
- 197 (sequence 11)
- Language
- German
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Bon Dr. med. Marcus Hirsch. 197 Stadien der Lungenentzündung und als Pigmentbildung nach einem Blutaustritt in die Lungcnsubktanz selbst auf. Wir haben oben das Trefoth bei der Pigmentbildnng im Allgemeine» und speciell bei der schwarzen Farbe näher erörtert, und findet alles dort gesagte auch bei der Bildung des gelben Pigmentes, die auf ganz analoge Weise erfolgt, seine Anwendung. Da nun auch in den später« Stadien der Lungenentzündung sehr häufig tiefe Ernährungsstörungen der Lungensubstanz vorhanden sind, so müssen wir eS für vollkommen rationell erklären, wenn das Auftreten einer gelben Färbung der Lungenobcrfläche als trefo betrachtet wird. Dies sind die hauptsächlichsten Farbenverändcrungen der Lungenoberstächr die im Talmud ihre Behandlung finden. Wir glauben gezeigt zu haben, wie ihre pathologische Würdigung und gesetzliche Beurtheilung durchweg auf wissenschaftlichen Principien beruht. Es beweist dies auch noch der Grundsatz, daß Me Farbenveränderuugcu nur bei vollkommen aufgeblasener Lunge beurthcilt werden*), daß also eilte anormale Farbe aufhört abnorm zu sein, wenn sie sich beim Aufblasen verliert. Dieser Grundsatz stimmt vollkommen sowohl mit dem Physiologischen Verhalten als der pathologischen Erfahrung überein. Es wird nämlich schon in nachtalmudtschen Quellen darauf hingewiesen, wie die Lunge während des Lebens im aufgeblasenen Zustände verharre, das pathologische Verhalten also auch »Nr in einem analogen Zustande zu beurtheilen sei. Andrerseits sehe» wir häufig, auch bei menschlichen Sektionen, daß Farbenveründerungen, die auf bedeutende Gewebserkrankungen des Lniigengewebes (auf welchen eben das Trefoth beruht) zu beruhen scheinen, sich beim Aufblase» vollkommen verlieren und ein ganz normales Aussehen darbieten. *) Joreh Deah § 38. 12