Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 13 (1866-1867)
- Issue
- Heft 5 (Februar 1867)
- Article
- Deutschland : vom Rhein [Nachricht]
- Date
- 1867-02-01
- Page
- 178 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
- correspondence
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178 Kinder, einer Tochter, die selbst Mutter ist, eines Sohnes, der Vatcr zu werden hofft, und eines 17jährigen Sohnes, der die ״israe- Realschule" zu Frankfurt besucht hat. Zwei nähere Anverwandte in litische Frankfurt, deren einer Ihrer Gemeinde angehört, wurden, wie die übrigen Grabgeleiter, in aller conventionellen Förmlichkeit zur Beerdigungsfeicrlichkeit geladen und kamen auch wegen יקרא דשכבי. Die Beerdigung sollte um 2 Uhr Nachmittags stattfinden. Die Leiche lag im 1. Stock, im 2. Stock aber traf man die ״Trauernden" beim Diner, wo selbstverständlich auch der Wein nicht fehlte und nach Tische steckte man sich Cigarren an und würde sie behaglich fertig geraucht haben, wenn nicht die im 1. Stock zusammengekommene וזברה zur Eile augetrieben hätte. Die ״Leidtragenden" Herren warsen sich rasch in Frack und schwarze Glacehandschuhe und ließen sich unterdeß von den Damen den obligaten Trauerflor um den Hut stecken. — Hr. Dr. C. hielt die Leichenrede, worin er besonders die religiöse Erziehung, die die Verblichene ihren Kindern angedcihen ließ, hervorhob, was sich leider bald unter den Augen der הברה und der Fremden als unwahr heraussiellte, da der älteste Sohn das קדיש weder hebräisch lesen noch nachsprechen konnte, der jüngere aber nur unter Anleitung der הברה es nachzustammeln im Stande war. Aus die Bemerkung eines der anwesenden Fremden, für die Verstorbene ״lernen" und קריש sagen zu lassen, erwiederten die Mainzer: ״Wohin sie kommen soll, wird sie doch kommen." — Herr Dr. C., in ächt geistlicher Demuth und Friedensliebe, hörte dies und schwieg. — Nach der Beerdigung versammelten sich die ״Trauernden" um den Familienttsch zum Kaffee und antworteten auf den Ruf zum מבין, sie würden bald nach dem Kaffee kommen. Der älteste Sohn hatte bei und nach dem Gebete großer Eile, um, wegen baldiger Geschäftsreise, seinen Advokaten zu schleuniger Betreibung der gerichtlichen Förmlichkeiten anzugehen, damit die Reise dadurch keinen Aufschub erleide. אשרי העם שככה לו??? — Anzeigen. Bei Unterzeichnetem erscheint und ist durch alle Buchhandlungen und Postanstalten zu beziehen: Die Laubhütte. JLustrirtes UnterhaltungsLlatt für das Gesammtjudenthum. ״Die Laubhütte" hat sich die Aufgabe gestellt, ein Central- und Brennpunkt der Gesammtintereffen des Judenthums, ein Spiegel jüdischen Geistes, Ringens, Strebeus und Schaffens, jüdischer Geschichte zu werden. Sie soll sich zu einem wahren Familien-