Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 13 (1866-1867)
- Issue
- Heft 4 (Januar 1867)
- Article
- Risse
- Date
- 1867-01-01
- Page
- 142 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
- article
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142 -Riss«. fiy doch vernommen, was mochte das bedeuten? und warum griff er zu so ungewohnter Stunde nach seinem Hute und entfernte sich? Hoch athmete er aus als er das Freie erreicht hatte, und begab sich raschen Schrittes nach Hause. Am Gotieswillc» Herr de Mcnza was fehlt Ihnen?" fragte seine Wirthin, als sie ihn bleich und zu so ungewöhnlicher Zeit in sein Zimmer treten sah. ״Nichts," erwicderte er kurz und schloß die Thür. Er warf sich auf einen Sessel am Tische und stützte schwer seufzend den Kopf aus die Hand. — Es war ein harter Schlag für ihn, so plötzlich und unvorbereitet entlassen zu sein, waS sollte er nun beginnen — wohin sich wenden? — Er hatte weder Eltern noch Verwandte. — Wohl hatte ihm Herr Blum oft gesagt, daß er sein Haus stets als Heimath betrachten möge, aber so viel er auch seinem Wohlthäter seit frühester Jugend verdankte, der Stolz des jungen Mannes sträubte sich, jetzt r-och Hülfe suchend, sich an ihn zu wenden. — Er fühlte sich so unglücklich, so verlassen und trüber und trüber ward sein Sinnen. Ec sah sich wieder zurückversetzt in die früheften Tage seiner Jugend, sah als kleiner, kaum sechsjähriger Knabe sich an dem Sterbebette seiner Mutter. O wie sie klagte und jamwerte. — Obgleich noch in so zartem Alter, hatte doch jedes Wort, das er an jenem Abend vernommen, sich tief eingegraben in sein junges Herz — Und wieder war es ihm, als dringe das Weinen der Verzweiflung der sterbenden Mutter an sein Ohr, er sah wie sie sich wand in wildem Schmerz, und wie der blasse Manu an ihrem Bette, vergebens strebte ihr Trost zuzusprechen. Sie wollte nicht auf ihn hören, nannte ihn den Verführer ihrer Jugend, der der sonnigen Heimath sie entrissen, und den Fluch des Vaters auf ihr Haupt geladen. And was sollte nun aus ihrem Kinde werden, wenn die Mutter es verlassen — allein in dem kalten fremden Lande? — Der Mann am Bette wollte ihr geloben, es zu erziehen und zu versorgen, aber die Sterbende ward noch immer nicht ruhiger. ״O," rief sie und rang die abgezehrten Hände, ״mein Leichtsinn rächt sich fürchterlich! ich muß sterben und kann mein Kind seinem Vater nicht lassen — Oder willst du es mir schwören, es zu meinen Religionsgenossen zu führen, cs aufnehmen zu lassen in ihren Bund?" - Das aber konnte der Mann nicht versprechen, denn er war ein