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Jeschurun · 1866-12-01 · Heft 3 (Dezember 1866) · p. 104

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Journal
Jeschurun
Volume
13 (1866-1867)
Issue
Heft 3 (Dezember 1866)
Article
Simon May
Date
1866-12-01
Page
104 (sequence 2)
Language
German
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104 Simon May. nennen wäre. Die neue Synagoge, das Frauenbad, vor Allem die höhere Bürgerschule für die jüdische Jugend, deren Realisirung er Jahrzehnte lang im Herzen getragen und unablässig angeregt bis ihm das Werk gelungen, werden noch den spätesten Geschlechtern seinen Namen mit der jüdischen Bürgerkrone überliefern. Und was er gleichzeitig für die n"n-Freischule gewesen; wie, wo cs in den Strömnngen des Gemetndelebens den Kampf für Gott und das Heiligthum seines Gesetzes galt, er überall der Erste war, mit Bekcnntniß, Wort und That cinznstehen für das, was ihm daö Höchste und Heiligste im Leben war; wie oft er siegreich das Palladium des Gesetzes aus der heißen Feldschlacht der sich bekämpfenden Gegensätze heimgetragen; — wie ihn, den redlichen, offenen, tüchtigen, einsichtsvollen, uneigennützigen, in Allem und mit Allem immer nur die Sache, nie sich, seine Ehre, seinen Vörthejl im Auge habenden Mann, darum auch das öffentliche Vertrauen ehrte; wie er selbst denen Hochachtung abgewann, denen er mit seinen Uebcrzcugungen in männlichem Kampfe gegenüberstaud, und wie dieses allgemeine Vertrauen seiner Mitbürger ihn in den letzten Jahren in den Gemeindevorstand berief und er dort unter den schwierigsten, das ganze jüdische Gemeinwesen mit Austösung bedrohenden Verhältnisse» segensreich wirkte: —davon weiß das zeitgenössische Bewußtsein zu reden, und das wird leider nur zu beredt und zu lange die Lücke bezeugen, die der Heimgang eines solchen Mannes in alle Beziehungen des Gemeinwesens gebracht. Schwache Züge sind dies von Dem, was Simon May dem össentlichen Leben gewesen. Was er aber seiner Familie, dem Kreise seiner Freunde, seiner nähern Bekannten war, Simon May als Gatte, als Vater, als Sohn, als Bruder, Simon May als Freund, alle die Herzlichkeit, die Liebe, die Treue und Innigkeit, mit der er alle Lieben umfing, die sein Herz beglückt und beglückend die Seinen nannte, der Schilderung verschließt Wehmuth die Feder, die selbst in ihm den Trefflichsten, Innigsten, Wärmsten der Freunde verlor — Schmerz und Freuden mischen sich für immer in die Erinnerung an dem Grabeshügel eines solchen Mannes. Ewig beglückende Freude, dem Trefflichen im Leben nahe gestanden zu sein — nie vergehender Schmerz ihn verloren zu haben und nur noch die Erinnerung an ihn im Herzen zu tragen. Aber die Erinnerung bleibt, und wird segensreich weiter wirken im Leben der Seinen, denen er sein Herz

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