Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 13 (1866-1867)
- Issue
- Heft 2 (November 1866)
- Article
- Deutschland : Laibach [Nachricht]
- Date
- 1866-11-01
- Page
- 71 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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n Pfarrer Schack geleitete den Leichnam des Armen zur letzten Ruhestatte und verrichtete dabei ein Gebet. (Gr. Tgsp.) Rußland. Die russische Regierung sängt an, ihren jüdischen Unterthanen, die sie bisher zu ihrem eigenen Nachtheil sehr stiefmütterlich behandelte, ein freundlicheres Gesicht zu zeigen und ihnen Concessioncn zu machen, die bisher in Rußland unerhört waren. So hat sie neuerdingS das Verbot, daS den Juden die Ansiedelung in Groß- und Südrußland untersagte, in so weit aufgehoben, daß sic den jüdischen Kausteuten der zweiten und dritten Gilde gestattet hat, sich in Nikolajew und Sebasiopol niederzulafsen, und dort nicht blos Geschäfte zu treiben, sondern auch Grundcigenthnm zu erwerben. Wie man hört, liegt cs in Absicht der russischen Regierung, den Juden auch das Recht der Erwerbung von Grundbesitz in Litthanen und Reussen zu ertheilen, und liegt der betreffende Gesetzentwurf bereits dem General-Gonvernenr der genannten beiden Provinzen zur Begutachtung vor. Ferner hat die russische Regierung den in der Bucharei und in anderen Ländern Central-Asicns lebenden Inden angebotcn, sich untcr ihren Schutz zu stellen oder russische Unterthanen zu werden. DiescS Anerbieten ist um so bereitwilliger angenommen worden, als die Juden voil den moSlemitischen Regierungen uub Bevölkerungen jener Länder schwer bedrückt werden. (Fr. I.) Paläßina. Am13.Tischrikam (nach d. ״Liban.") ein längst mit Spannung erwartetes Schiff mit einer jüdischen Eolonisten-Gesellschaft ans Amerika in Jaffa an. Die Gesellschaft besteht aus fünf und dreißig Familien, die zusammen hundert und fünfzig Seelen (Männer und Kinder 100, Frauen 50) zählen. Der Präses der Gesellschaft ist unter ihnen, auch zwei Aerzte mit Vorrath von Medikamenten. Nach einigen Tagen wurden ihre mitgebrachten Güter an's Land gebracht und es zeigte sich zum Erstaunen der Einwohner, welche große Vorbereitungen die Gesellschaft gemacht hat. Acker- und Hausgeräth, von größtem zum kleinsten, Alles haben sie mitgebracht, auch Zelte zum Wohnen bis Häuser gebaut sind. Ihre ganze Ausrüstung kündigt sie als Männer an, die nicht zur müssigen Wanderung, sondern in der Absicht gekommen sind, sich im Lande niederzulaffen und mit stetßiger rühriger Hand das Land zu bebauen. Gegenwärtig sind sie noch am Strande und wohnen in ihren Zelten. In wenigen Tagen beabsichtigen sie die Gegend zwischen Jaffa und Jerusalem genau zu durchforschen und sich den geeignetsten Platz zur Niederlaffung zu suchen. Es ist dies der erste Versuch, die Idee einer Colonisirung des heil. Landes in praktischer Ausführung zu bringen und wird eö von Interesse sein, den Fortgang und Erfolg dieses Unternehmens zu erfahren.