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Jeschurun · 1866-08-01 · Heft 11-12 (August 1866) · p. 414

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Journal
Jeschurun
Volume
12 (1865-1866)
Issue
Heft 11-12 (August 1866)
Article
Deutschland : aus Bayern [Nachricht]
Date
1866-08-01
Page
414 (sequence 2)
Language
German
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414 ernster Ausdauer treu geblieben sind und insbesoüdere unter den großen Beschwerden des Marsches und Bivouac's, auch die Speisegesetze gewissenhaft beobachtet haben. Viele haben sich längere Zeit hindurch nur an Brod u. s. w. halten müssen. Es ist selbst vorgekommen, daß verwundete jüd. Soldaten auch im Lazareth der verbotenen Speise sich enthielten. — Leider ist eine solche Erscheinung in der Gegenwart nicht so selbstverständlich, wie jene erstgenannte Thatsache. Darum aber eben glaubten wir dieselbe, als einen ersreulicheu Beweis, daß noch immer ein recht kräftiger, gesunder Kern acht religiösen jüdischen Denkens und Lebens auch im Baherlande vorhanden, Ihren Lesern nicht vorenthalten zu sollen. — Wohl auch in anderen größeren Städten, aber ganz vorzüglich in Würzburg war die Vorkehrung getroffen, daß den durchziehenden jüd. Soldalln, welchen etwa die Mittel zur koscheren Selbstverköstigung nicht ansreichten, (wie sonst den dort in Garnison liegenden) unentgeldlich koscheres Essen verabreicht wurde. Die Zahl derselben war eine verhältnißinäßig sehr bedeutende Diese verdienstvolle Fürsorge ist vorzüglich Resultat der außerordentlichen Bemühung und der so vielfach bewährten Thätigkeit des Herrn Rabbiners daselbst, der auch früher bereits dem Verhältniß der Soldaten jüd. Glaubens im Betreff ihrer Religionsausübung mit glücklichem Erfolge sein. Augenmerk zugewandt hat. Gestatten Sie mir zum Schlüsse noch auf eine weitere verdienstvolle Pstanzung des Herrn Rabbiners, für heute mit nur wenigen Worten, hinzuweisen. Es ist dies das von dem Herrn Rabbiner vor nun bald drei Jahren in's Leben gerufene Lehrer-Seminar. Der Gedanke, dem auch diese Anstalt, ihrer Anlage nach, das Dasein verdankt, ist die Erkenntnis;, daß ein Aufschwung unseres religiösen Lebens vor Allem bedingt ist durch das Dasein von Schulen, in welchen die jüngere Generation den Geist unserer Religion erkennen, hochachten und lieben lernt, und in welchem sie zu der Kenntniß unserer Pstichten geführt wird; daß aber die Herstellung solcher Schulen Kräfte voraussetzt, die diese Nahrung unseren Kindern zu reichen verstehen und welchen wir daher die Leitung derselben ruhig und mit gutem Gewissen anvertrauen dürfen; und daß es daher eine der Hauptaufgaben unserer Zeit sei, Lehrer in! Geiste des jüd. Gesetzes heranzuerziehen und sie mit allen den Kenntnissen auszurüsten, deren sie bedürfen um in der gegenwärtigen Zeitgestaltung als Lehrer der jüd. Religion wirken und diejenige achtunggebietende Stellung einnehmen zu können, die eben unerläßliche Vorbedingung einer erfolgreichen Wirksamkeit in ihrem Berufe. Die Verwirklichung dieses Gedankens dürfte uns für das jüdische Leben auch in Bayern gedeihliche Wirkung versprechen. Es knüpfen sich darum die bedeutsamsten Wünsche an eine jede Anstalt, welche der Hoffnung auf eine Durch-

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