Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 12 (1865-1866)
- Issue
- Heft 10 (Juli 1866)
- Article
- Jerusalem [Nachricht]
- Date
- 1866-07-01
- Page
- 351 (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
- correspondence
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- IRI
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Ieschurun Zwölfter Jahrgang. Beiblatt zum Zulihest. 1866. In dieses Beiblatt werden Inserate zu 3 k. pr. Zeile oder deren Raum ausgenommen Jerusalem. Von Seiten des palästinensischen Comitö's in Amsterdam ist uns ein Rundschreiben des Herrn Josef Ribbin, Generalsekretärs der vereinigten Kolelim in Jerusalem zugegangen, welches in schmerzlich beredten Worten die schreckliche Noth des heil. Landes schildert. Nachdem durch Hungersnoth und Cholera des vergangenen Jahres das Elend der Bewohner bereits eine bejammernswerthe Höhe erreicht hatte, schien der diesjährige Fruchtsegen des Landes auf einige Linderung hoffen zu lassen, als eine Heuschreckenplage in ungewöhnlicher Stärke die ganze Hoffnung des Jahres ver-!lichtete. Nachdem bereits einige Monate die Umgegend von diesem Feinde der menschlichen Hoffnung heimgesucht waren, betrat er auch das Gebiet der heil. Stadt. In fünf Tagen war alles Kraut der Felder, alles Grün der Aecker, alles Blatt- und Blüthen-Laub der Bäume verzehrt^ nur einiger Watzen, der bereits in gehärteten Halmett stand, blieb verschont und als einziger Stützpunkt der verzweifeinden Bevölkerung erhalten. Die Vorsteher der einzelnen Kolelim wagen es nicht, sich schon wieder an die Großherzigkeit ihrer europäischen Brüder zu wenden, die erst jüngst zur Linderung der Choleranoth beigesprungen war. Allein das Elend ist zu groß, der Jammer zu herzzerreißend, als daß Herr Ribbin, dem in seiner Stellung die Noth von allen Seiten unmittelbar an's Herz dringt, sich nicht verpflichtet halten sollte, die Kunde davon den mitfühlenden Brüdern im Auslande nahe zu legen. Und unerachtet der trüben Zettverhältniste glaubt auch das Eomits die Noth der fernen Genossen nicht verschweigen zu dürfen. Mag doch auch die wohlthuende Theilnahme für die Ferne die Bitte um himmlisches Erbarmen für die Nähe fürsprechend begleiten. Die Red. d. Bl. ist wie immer zur Entgegennahme von Spenden für die Nothletdenden im heil. Lande bereit.