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Jeschurun · 1866-02-01 · Heft 5 (Februar 1866) · p. 173

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
12 (1865-1866)
Issue
Heft 5 (Februar 1866)
Article
Deutschland : Karlsruhe [Nachricht]
Date
1866-02-01
Page
173 (sequence 2)
Language
German
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IRI
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Ausbildung der Autonomie der Gemeinden und sucht dieselben der staatlichen Kontrolle zu entledigen. Zu wünschen wäre, daß beide Gutachten im Druck erschienen. Jedenfalls sollte man sich zum Ziel setzen die Verwaltung einer Gemeinschaft, die sich nicht höher als auf 25,000—26,000 Seelen beläuft, möglichst einfach herzurichten. Die Einführung der neuen Verfassung wird Wohl nur durch eine israelitische Landessynode beschlossen werden können. (Die Erinnerungsfeier eines großen Judenmordes in Deggendorf an der Ddnau.) Die Augsb. Allgem. Z. erhält in Folge einer in dem kürzlich von ihr gebrachten geistreichen Aufsatze ,,Herbsttage in Tyrol" enthaltenen Erwähnung der noch jetzt jährlich stattfindenden Erinnerungsfeier des großen Judenmordes zu Deggendorf an der Donau (1337), eine ״Berichtigung" von Seiten des erzbischöflichen Sekretariats in Regensburg, in welcher u. Ä. gesagt wird: ״Was ״zu Deggendorf an der Donau" durch Protest fronen, Wallfahrten und Ablässe gefeiert wird, ist nicht etwa der angebliche ,-große Judenmörd"sondern ist das große Wunder(!!)- durch welches Gott vor 500 Jahren daselbst das katholische Dogma von der heiligen Eucharistie in augenfälligster Weise zu dokumentiren und zu verherrlichen sich würdigte, sind die konsekrirten Hostien, welche jüdische Wuth und Verblendung in schmählichster und schrecklichster Weise mißbrauchte, die aber bis zur Stünde noch ganz unversehrt erhalten sind. Diesen Hostien, u.s s. w: gelten Processionen, Wallfahrten, Predigten" u. s. w. ü. s. w. Die Redaktion der A. A. Z. bemerkt hierzu: ״Der Verfasser wollte wohl nur sagen, daß jenes traurige geschichtliche Ereigniß durch diese Feier in Erinnerung gebracht Werde, und wir selbst haben es so aufgefaßt. — lieber den bezüglichen Vorgang heißt es in der Bavaria, I, 1117: ״Das bemerkenswertheste Ereigniß in der Stadtgeschichte (Deggendorfs) bildet die Judenverfolgung von 1337, zunächst durch die Anzeige hervorgerüfen, daß die Juden christliehe HeiligthüMer in unerhörter Weise schändeten und außerordentliche Wunderzeichen hierbei zur Bestrafung der Frevler aufforderten. Die erbitterten Bürger verschworen sich tritt dem herzoglichen Pfleger Ritter Hartwig von Degenberg in dem uralten Johanniskirchlein zu Schaching vor der Stadt- und ermordeten die Judenschäft, welche sich verzweifelt wehrte und ihre Häliser in Brand steckte. Trotz der Mißbilligung des Papstes erfrruts sich die Bürgerschaft Deggendorfs der Zustimmung ihres Landesherrn, der sie, wie es vor und nachher bei solchen Ereignissen in Deutschland der Fall war', in die sä'nimtlichö Habe der Jüden rechtlich einwies. Die wüüderbar erhaltenen Hostien, wie' die Marterwerkzeuge der Juden haben seit jener Mit die tiefste Verehrü'ng beim gläubigen

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