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Jeschurun · 1865-11-01 · Heft 2 (November 1865) · p. 67

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
12 (1865-1866)
Issue
Heft 2 (November 1865)
Article
Deutschland : Berlin [Nachricht]
Date
1865-11-01
Page
67 (sequence 2)
Language
German
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67 hume untreue Sinn zu beklage», in welchem diese Synagoge gebaut wurde, die anstatt Pflanzstätte jüdischen Lebens und Geistes zu werden, nur die Zahl der dem jüdischen Gesetze errichteten Mausoleen zu vermehren droht. — Nicht unbezeichnend für diesen Sinn dürfte der der Orgel angewiesene Standpunkt sein — über der Stätte der Thora. Doch hat man sich die Ausführung eines weitercn verdienstlichen Werkes für spätere Zeit reservirt, indem — wie man Hort — am Sabbath und Festtagen für's Erste der Orgel noch Stillschweigen auferlegt werden soll. —- — Im klebrigen behält unser Gemeindeleben im Allgemeinen stets dieselbe Physiognomie bei. Noch immer herrscht mehr oder minder ein großer Grad jenes Jndifferenttsmus gegen das jüdisch-religiöse Interesse vor, der von jeher der ärgste Feind aller besseren Erkenntniß gewesen; ein anderer charakteristischer Zug ist eine häufig anzutreffcnde, eigenthümliche Begriffsverwirrung in Betreff der Anforderungen unseres Religtvnsgesetzes, die wahrhaft den Eindruck des Komischen hervorrufen könnte — wenn die Sache nicht so schmerzlich ernst wäre. — Dennoch aber könnte dem ächt jüdischen Interesse hier noch ein fruchttragender Boden.« gewonnen werden, und hoffen wir, daß es unserer Gemeinde gelingen werde, eine Persönlichkeit zu gewinnen, deren Denkungswetse, Bildung und Charakter dieses wird ermöglichen können. Tauberbischofsheim. — Ende dieses Sommers feierte der hiesige Turnverein seine Fahnenweihe, bei welcher Festlichkeit recht ״frisch und frei" ein Stück Judenhaß in Scene gesetzt wurde. Die N. Fr. Z. erzählt hierüber: Nachdem die üblichen Empfangs- und Eröffnungsfeierlichkeiten stattgefunden hatten, bewegte sich der Zug in einen für das Fest hergerichteten öffentlichen Garten. Hier wetteiferte man in aufreizenden Reden gegen die kürzlich aus dem Vereine widerrechtlich ausgcstoßenen Juden. Als nun bei Einbrechen der Nacht der Zug der Festgenossen durch die Stadt nach dem Festlokale sich znrückbewegte, wurden unter Musik-Begleitung Schmäh- und Spottlieder gegen die Juden angesttmmt, die von den Festthetlnehmcrn mit nicht enden wollendem Beifalle ausgenommen, und mehrmals wiederholt wurden. Auffallend bet diesen Vorgänge» mußte es sein, daß Angesichts dieser Demonstration, Niemand diesem Treiben Einhalt zu thun versuchte, ja nicht einmal ein Wort der Mißbilligung vernommen wurde, ungeachtet im Zuge Notabilitätcn der Stadt vertreten wareu. Daß solche Auftritte in einer Amtstadt, so zu sagen unter den Augen von Beamten eines liberalen Ministeriums stattfinden könneu, das finden wir unbegreiflich. Schweiz. * Ber u. Die Bundesrevisionsfrage hat für die jüdische Bevölkerung der Schweiz bekanntlich das höchste Interesseda es die

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