Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 12 (1865-1866)
- Issue
- Heft 1 (Oktober 1865)
- Article
- Deutschland : Frankfurt [Nachricht]
- Date
- 1865-10-01
- Page
- 29 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
- correspondence
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- Beirut 1× ep/1047833
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29 Anzahl gottesfürchtiger Männer, die Tag und Nacht bemüht waren, den Erkrankten beizuspringen und die Tobten zu begraben. — Viele Einwohner, flüchteten nach Jerusalem, doch eine große Zahl derselben trug den tödlichen Keim der Seuche bereits in sich und erlag während der abzuhaltcnden Quarantäne. — Und während so der Tod und die Angst die Zahl der Einwohner lichtete, wurde die entvvlkerte Stadt von fremden Seefahrern heimgesucht, die sich über die Stadt verbreiteten, die zurückgelassene Habe wegführten und allerwegen plünderten. — Um dem hierdurch hervorgernfenen Nahrungs- Mangel einigermaßen abzuhelfen, ließ der Pascha von Jerusalem in humaner Weise Lebensmittel aus den Negierungsmagazimn verabfolgen. In Jerusalem trafen unsere Brüder während dieser Zeit Präventivmaßregeln. — Eine Anzahl unerschrockener und entschlossener Männer verthcilte sich zu Hülfeleistungen im erforderlichen Kalle in verschiedene Quartiere, kaufte die nothwendigen Heilmittel an, und vereinbarte sich mit einigen Aerztcn dahin, daß sie jeder Zeit für nur geringes Entgeld zu Hülfeleistung bereit seien. Am 3. Aw künbeten Erkrankungen die Ankunft der Cholera in Jerusalem an Auch hier griff sie rasch und heftig um sich. Und daß sie hier in ihrem Verlaufe trotz der großen Zahl von Erkraukungsfällen sich weniger tödtlich zeigte, ist ein Resultat, das zu großem Theilc dem raschen und entsprechenden Eingreifen jener Männer, sowie hem segensrcichen Wirken des Rothschild'schen HospitaleS zu verdanken ist. — Nach den neuesten Berichten soll die Cholera Jaffa verlassen haben, so daß bereits die flüchtigen Einwohner dorthin zurückzukehren beginnen. — In Hebron jedoch währt sie noch fort; es werden vom gen. Hospital Medikamente dorthin gesandt. Auch in Ramla, Stchem und in den anliegenden Dörfern, sowie in Akko hält sie noch an. — Nach Beirut, welches sich bereits von der Plage befreit glaubte, ist sie in toppelter Furchtbarkeit zurückgekehrt.— Auch von Zephat her ertönt der Nothruf. - Da Zephat — so weit man weiß — von jeher von der Cholera verschont geblieben, so ist es jetzt das Asyl vieler aus den von ihr befallenen Städte flüchtender Einwohner geworden, und durch diese Menschenanhäufung daselbst ist dort Mangel an Lebensmittel eingetreten, der zur schrecklichen Hohe zu steigen droht. Wahrlich, im Hinblick auf dieses Elend unserer Brüder in Palästina hat der Wunsch: 'כלה דבר ורו, den wir in diesen Tagen zu dem Thron unseres ״Vaters und Königs" hinaufsendcn, seine ganz besondere, schwcrcrnste Bedeutung — möge er bald Erhörung sinden! —l—