Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 11 (1864-1865)
- Issue
- Heft 12 (September 1865)
- Article
- Italien : Rom [Nachricht]
- Date
- 1865-09-01
- Page
- 400 (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
- correspondence
- OCR quality
- 94% known words query
- IRI
…/2932754-2932947-2932960--09686-2949638- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
400 Italien. * Rom. ES dürfte interessant sein zu sehen, wie sich der römische KleruS in Betreff des jüngsten Menschenraubes äußert. Der Kanonikus Petronio Ruzzo, der Vermittler dieses Seelenraubes, hat wie der Univ. isr. nach der Opin nat. berichtet, eine Broschüre veröffentlicht, in welcher es heißt: ״Indem ich einen kurzen und treuen Bericht über das Geschehene gebe will ich den dreifachen Ruhm verkünden den die katholische Kirche bet dieser Gelegenheit erworben hat. Zuerst den Triumph der Gnade in der Bekehrung der Herzen; dann einem neuen Ruhm des heil. Stuhles durch die Wahrheit gegen die verläumdertschen Angriffe der Revolution; endlich die Protektion die er dem Cohen in der freien Wahl der wahren Religion, wovon der Ruhm dem Papst-König gebührt," ferner: ״Aus diesem Grunde war die Bekehrung des Cohen begünstigt durch den heil. Vater Pius IX. eine Wohlthat, welche wir der zeitlichen Macht der Päbste verdanken." Die Familie und:Vaterrechte behandelt er folgendermaßen: ״Man hatte dann Kraft der Anforderungen der modernen Gesellschaft, und mit Bezugnahme auf die religiöse Freiheit die zügellose Frechheit vom heil. Vater zu verlangen, daß Cohen der harten Sklaverei seines Vaters wieder zurückgegeben werde." Zum Schluß citirt der Autor die Antwort Pius IX. an M. de Sartiges: ״Cohen ist frei, vollkommen frei, er ist nur dem verderblichen Einfluß seiner Eltern entzogen." Der Cvrrespondent des citirten Journals fügt hinzu: ״Am Schluß seiner Broschüre theilt der Canonicus Petronio uns mit, daß der Taufpathe des jungen Cohen der Comte de Maistre, Capitä« im Generalstab der päpstlichen Armee und Neffe des berühmten französischen Schriftstellers gleichen Namens gewesen sei. Immer die gleiche Alliance der Freunde des Throns und Altars für das Glück der Völker!.... Die Juden in Rom werden,was auch Mgr. de Bonnechose darüber sagen mag, noch jetzt als wahre Parias behandelt. Man theilte mir vor Kurzem eine jener eigenthümlichen Erlaubnißscheine mit, von denen ich Ihnen vor 3 Jahren ein gedrucktcs Eremplar zuschtckte, und deren Gebrauch ich seit den Concessioneu an die Juden von Rom durch Pius IX. für abgeschafft hielt. Ich las aber gestern einen jener Scheine datirt aus Viterbo vom 14. Mat 1865 wo noch immer, wie früher, den Juden verboten ist, aus ihren Wohnungen vor Sonnenaufgang oder nach Sonnen- Untergang herauszugehen; flch irgend einem katholischen religiösen