Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 11 (1864-1865)
- Issue
- Heft 5 (Februar 1865)
- Article
- Rischut
- Date
- 1865-02-01
- Page
- 158 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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158 רשעות zu einer beunruhigenden Höhe entwickelt hat, hat einen Schleier über daS wohlthätige Licht ruhiger Vernunft' geworfen, und die Folge für die inoralische Zukunft des Landes verspricht nicht den Wünschen des Philantropen zu entsprechen, wiewohl auch hier die Berechnungen des Furchtsamen irre gehen mögen und er durch das ungeschädigte Hervorgehen der Republik auö dieser Feuerprobe angenehm enttäuscht werden kann. Es ist aber keine Frage, daß der Krieg eine mächtige Tendenz hat, jene düsteren Geister zu vereinigen, die sich jeder Zeit als die erwählten Werkzeuge der Vorsehung betrachten, aufgerusen, die Erde von jenen Nebeln zu reinigen, die sie als die Ursache des Hervortrctens des göttlichen Zornes betrachten, der das Land in's Unglück bringt. Es ist auch, möglich, daß der Einfluß solcher Männer auf die Menge mit der Vermehrung der Armuth und Sorgen wächst, die bei einem solchen Krieg, wie Amerika ihn eben führt, unvermeidlich sind; bei einem Kriege, welcher so seine verzehrende, vernichtende Hand über den Familienkreis jeder Hütte und jedes Palastes ausstreckt, daß es nur wenige Häuser gibt, von denen nicht einige Glieder den Tod gefunden, oder die nicht die Abwesenheit einiger geliebten Verwandten, die im Gefängniß oder im Hospital schmachten, zu beklagen hätten; daher ist es leicht begreiflich, daß die Niedergeschlagenheit der Volksleiter sich auch auf Andere überträgt, auf die bisher eine ernste Auffassung gar keinen Eindruck machte. Bemerkenswerth ist auch, daß die Secten des Christenthums ihre Anhänger nach Millionen, ihre Kirchen nach Tausenden zählen, und daß die Geistlichen beinahe täglich Gelegenheit haben, sich vor einem großen Auditorium weitläufig über die Verderbtheit des Landes auszulassen und, wie es ohne Zweifel in den Versammlungen in dieser Stadt geschehen ist, der gänzlichen Abwesenheit des christlichen Elementes in der Verfassung die Schuld daran beimessen. Ist es denn nicht wahrscheinlich, daß das Volk im Allgemeinen in dem Zustande geistiger Niedcrdrückung, welche sich nach und nach verbreiten muß, trotz aller Schmetterlinge der Mode, die in den Jrrgängen der Extravaganz umherschwärmen, und daß cs endlich doch den vereinigten Anstrengungen, die unzweifelhaft unter dem Einfluß der geistlichen Phalanx gemacht werden, weichen und die Verfassungsänderung verlangen wird, welche