Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 11 (1864-1865)
- Issue
- Heft 3 (Dezember 1864)
- Article
- Das Mainzer Journal und die Ideen der Nationalität und Humanität, der Civilisation und Freiheit
- Date
- 1864-12-01
- Page
- 89 (sequence 1)
- Language
- German
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90 Das Mainzer Journal und die Ideen der ihrer Wohlhabenheit Zeugniß ablegen lassen. Sie sollen sich zusammenthum, damit ״jüdische Zeitungen, Witzblätter, Theaterstücke" nicht ״unablässig gegen den noch übrigen Rest monarchischer, christlicher und deutscher Gesinnungen und Einrichtungen arbeiten" ״und das Volk bereden, diese realen Güter gegen den flimmernden Tand abstrakter Ideen, wie der Nationalität, Humanität, Civilisation und Freiheit zu täuschen." Sie sollen sich zusammcnthun, damit ״der Handwerkerstand" nicht ״mehr und mehr von den jüdischen Händlern und Magazininhabern absorbirt, und die deutschen nnd christlichen Handwerkerfamilien, welche früher in denStädten die Hauptträger des nationalen und rcligivskirchlichen Lebens waren, immer seltener werden." Insbesondere und zunächst sollte man ״der Unterjochung des christlichen Handwerkerstandes durch die Juden" dadurch entgegenwirken, ״daß man von den Handwerkern unmitttelbar seine Bedürfnisse entnimmt." ״DaS alte deutsche und christliche Recht deS Hand- Werkers aus die Arbeit, die seines Handwerkes ist, sei ״auS der christliche» Pflicht gegen den Nächsten" hervorgegangen und sollte wieder anerkannt werden. Vor allem sei es ״des christlichen Adels" würdig mit diesem Anerkenntniß der wohlhergcbrachten Standesrechte des Handwerkes thatsächltch voranzugehen. Seine eigenen Standesrechte seien ja gleichen geschichtlichen Ursprungcr und werden von dem geldmächtigen Judenthum mit gleicher Hartnäckigkeit bekämpft Kassen wir diese Kreuzpredigt des modernen Peter zur Verjagung der Juden aus dem Gebiete des Besitzes, des Geistes und der Arbeit zusammen, was ist sie anders, als der Nothschrei des Privtlegiums gegen die unerbittliche Rechtsfordcrung der Gleichheit vor dem Gesetze. Freilich i! das Privilegium in jedem Gebiete für die Privilegirten ein überaus bequemes und vortheilhaftes Besitzthum, und freilich ist die freie Concurenz in jedem Gebiete ein Zustand, in welchem nur der Tüchtigkeit nnd Begabtheit, sowie der nimmer schlummernden Energie, somit der Anstrengung, der Sieg winkt. Allein es sind nicht die, Jahrhunderte lang unter das Joch des Privilegiums niedergehaltnen, Juden, es ist das immer Heller werdende Rechtsbewußtsein, es ist die immer erleuchteter werdende Einsicht, es