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Jeschurun · 1864-07-01 · Heft 10 (Juli 1864) · p. 352

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
10 (1863-1864)
Issue
Heft 10 (Juli 1864)
Article
Algier
Date
1864-07-01
Page
352 (sequence 2)
Language
German
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352. wenig ersprießlich sich bisher das französische Regiment für die innere Leitung der. Gemeinde bewiesen. Die dortige Com- Mission Consistoriaie besteht aus 5 Mitgliedern, 3 Europäern und : 3ft>er dieser Herren, so heißt cs im Berichte, Handclt für sich ohne . Wissen seiner Eollegen, gibt Ordres auf eigene Faust und alle wollen befehlen; dadurch geht alles verkehrt und entstehen die beklagenswerthesten Folgen. . Man traut wahrlich seinen Augen nicht wenn nian weiter liest, daß diese Commission imperiale, eine jüdische Behörde, vor Kurzem die Beschneidiing eines Neugebornen aus einer höchst achtbaren Familic verhindern wollte, weil der Vater des Kindes sich nicht ander Gesellschaft Talmud Thora und moar betoulot . betheiligen wollte, ©ic wollte auch vor zwei Monaten die Beerdigung einer israelitifchen Frau aus Lyon verhindern, die arm mit Hinterlassung einer Waise von 14 Jahren gestorben war, weil dieses unglückliche Kind eine Summe Geldes nicht zahlen konnte die man von ihr verlangte." Andererseits erhalten wir auch recht erfreuliche Berichte über die Leistung verschiedener Wohlthätigkeitsanstalten zur Hebung der materiellen und geistigen Interessen der algerischen Juden. So enthält der Univ. Jsr. folgenden Bericht über die jüngste Generalversanunlnng der Societe de bienfaisance isradlite pour la propagation du trävail et de l’instruction in Oran. M. Karvubi, der Präsident verlas den Rapport über den Stand der Gesellschaft. Die Versainmluiig bemerkte mit Genugthuung, daß eine ziemliche Anzahl unterstützter Zöglinge nach Beendigung ihrer Lehrzeit nicht nur für ihren eignen Bedarf sorgen, sondern auch nachdrücklich ihre Fa- Milieu unterstützen. * 3״ Dezug auf die jungen Lehrlinge wurde constatirt, daß mehrere von ihnen ihre Lehrzeit nicht aushielten. Die Versammlung beklagt den wenigen Eifer, den die Eltern auwenden, um ihre Ktnder die Zeit aushalten zu lassen, die zur Erlernung irgend eines Handwerks nothwendig ist. Um fernerhin Ausgaben für Kinder zu verwenden aus denen doch nichts ordentliches werden würde, wurde beschlossen künftighin mehr Sorgfalt in^ der Zulassung von Kindern anzuwenden und nur von den guten Zöglingen der Communalschule auszuwählen. Dieser Kinder sind 38 an Zahl. Bis sie das Alter erreicht haben um in die Lehre gegeben zu werden, sollen sie thatsächlich von zwei Rabbis überwacht werden, die ihnen außerhalb der Stunden in der Klasse den hebräischen und religiösen Unterricht ertheilen. Diese beiden Rabbis werden von der Gesellschaft bezahlt. Die sinanzielle Lage ist trotz der commerciellen Krise, die den Austritt mehrerer Mitglieder veranlaßt hat, sehr zufriedenstellend. Die Einnahme betrüg 1544 Fr. 60 c. Die Ausgaben 1345 Fr.

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