Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 10 (1863-1864)
- Issue
- Heft 9 (Juni 1864)
- Article
- Deutschland : Wien [Nachricht]
- Date
- 1864-06-01
- Page
- 323 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
- correspondence
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323 Einrathen der Cultus-Gemeind evertreter zu bewilltgen. Dieses Gesuch hat einerseits die Beschränkung der Zahl der Betstuben der orthodoxen Juden zum Zwecke, während andererseits die Orthodoxen sich weigern, die von der Cultusgemeinde ausgemittelten Räume zu Andachtsübungen zu benutzen. Die Wiener Polizei-Direktion, welche nach den in Kraft bestehenden Vorschriften kompetent ist, die Bewilligung zur Eröffnung von Betstuben zu crtheilen, mußte, um diesen Gegenstand sachgemäß zu erledigen, nothwendigcrweise Erhebungen über die Zahl und die Räumlichkeiten der Betstuben und folgerichtig auch über die Zahl derjentgen Juden in Wien Pflegen, welche diese Betstuben zu ihren Andachtsübungen in Anspruch nehmen. Diese Zählung dient daher nur zu einem ziffermäßtgen statistischen Befehle und ist nach ihrem Wesen und nach der Art der Ausführung blos eine statistische Maßregel. In konfessionelle und dogmatische Fragen und Erörterungen wird sich dabet gar nicht eingelassen." Man schreibt in der in Neustadt a. d. Saale erscheinenden ״Rhön- und Saalpost": ״Am Donnerstag den 3. März Abends 10 Uhr, ereignete sich ״in Ncuhaus b. Neustadt a. d. S. das Unglück, daß der dortige ״Weber Joh. Reß von der Brücke aus in's Wasser siel. Unter den ״auf das Rusen Herbeigekommenen befand sich auch der dortige Js- ״raelitische Lehrer Herr Hirsch Eschwege. Als dieser sah, daß ״Niemand dem Verunglückten Hülfe reichen wollte, entkleidete er sich ״stürzte mit eigener Lebensgefahr in die eben hoch angeschwollene ״Saale, und nur seine» raschen und unerschrockenen Bewegungen ״ist es zu verdanken, daß der Verunglückte noch rechtzeitig aus dem ״Wasser gezogen und zum Leben zurückgebracht wurde. Alle Aner- ״kcnnung und Dank gebühren dem Herrn Lehrer Hirsch Eschwege ״für diese rühmliche That." § Frankfurt. Mit Vergnügen erfüllen wir die Pflicht, hier in der Kürze des Hierselbst bestehenden ״Vereines zur Unterstützung arme; Wöchnerinnen in hiesiger Umgebung und zur Uebernahme von Gevatterschaften bei denselben" Erwähnung zu thun. Dieser Verein wirkt schon seit längeren Jahren in höchst segensreicher Weise, und dehnt seine wohlthätige» Unterstützungen immer weiter aus. So genossen nach dem vorliegenden 8. Berichte in den Jahren 61—63 117 Wöchnerinnen die Wohlthaten des Vereins, eine gewiß:große Anzahl für die nur beschränkte Ausdehnung desselben. Gegenüber diesen gesteigerten Anforderungen schließen wir uns gerne der Bitte der Verwaltungs-Commission 'an, daß durch vermehrten Beitritt der Verein in den Stand gesetzt werde, auch fernerhin in unbeschränkter Ausdehnung seine wohlthätigen Unterstützungen gewähren zu können.