Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 10 (1863-1864)
- Issue
- Heft 8 (Mai 1864)
- Article
- Marocco : Marokko [Nachricht]
- Date
- 1864-05-01
- Page
- 292 (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
- correspondence
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292 Der ״D. A. Z." zufolge beschloß am 8. April das Common Council der City os London, ihrem Mitbürger seit mehr als 60 Jahren, dem unermüdlichen Arbeiter für Befreiung und für das Glüü der Menschheit, Sir Moses Montefiore, Baronet, eine Votivtafel in goldenem Rahmen einzuhändtgen, und zwar in voller Versammlung. Anzeigen. Ich appellire hiermit an die öffentliche Wohlthätigkeit, und zwar für einen ungenannten Familienvater und Glaubensgenossen, über desfen Leben sich im Laufe der letzten 10 Jahre so mannichfaltige und harte Schicksalsschläge aufhäuften, daß der Mann dadurch in die Lage verseht wird, die öffentliche Mildthätigkeit in Anspruch zu nehmen. Der betreffende ist Vater von 7 Töchtern (Söhne hat er nicht) sein Geschäft war Ackerbau und Handel. Durch Krankheit seiner Frau, sowie durch Brandunglück begann das Zurückgehen seiner Verhältnisse. Schwere Sorgen drückten ihn danieder, bis auch er aus dem Krankenlager sich befand. Die Haushaltung, von Unterstützung und Hülfe entblößt, war Ursache, daß die Schuldenlast sich häufte, bis er gezwungen ward, einen' Acker nach dem andern zu veräußern. Ein Theil seiner Oekonomiegebäude ist auch bereits in fremde Hände übergegangen. Eine der Töchter ist im Begriff nach Amerika auszuwandern; die, welche schon das Alter dazu haben, müssen in fremde Dienste treten. Wie dies Alles herzzereißend und niederdrückend für Eltern ist, die früher im behäbigen Familienkreise lebten, braucht wahrlich nicht näher geschildert zu werden. Welcher Edeldenkende wird nicht Mitleiden für diese Unglücklichen fühlen, und gerne nach Kräften hilfreich beispringen. Ich bitte dringend um Spenden, die an mich oder in die Hände der löbl. Red. gelangen mögen. Gewunden, im April 1864. Marx Lob, in Gemünden b. Simmern. A n $ e i g e♦ Eltern oder Vormündern Israelitischer Confession, welche geneigt sind, ihre Töchter in eine vorzügliche Erziehungsanstalt zu schicken, empfiehlt sich: Das Israelitische Pensionat der Fräulein Söe in Colmar. Derart enreirt än traut Alrln in Frankreich. Dieses Pensionat steht unter der Aufsicht des Herrn Oberrabbiner Klein zu Colmar und des israelitischen Conststoriums; es ist von der kaiserlichen Regierung eoneessionirt. Jede genauere Auskunft sind die Fräul. S6e zu ertheilen bereit.