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Jeschurun · 1863-12-01 · Heft 3 (Dezember 1863) · p. 104

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
10 (1863-1864)
Issue
Heft 3 (Dezember 1863)
Article
Polen : Posen [Nachricht]
Date
1863-12-01
Page
104 (sequence 2)
Language
German
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IRI
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־ 104 gestellten Aufständischen ohne irgend eine Ursache gemißhandelt und zum Zurückgehen gezwungen. Auf dem Rückwege nach Dombia traf der Knabe, von den erhaltenen Mißhandlungen blutend, auf eine Militärabtheilung und erzählte dem Führer derselben, daß er im Walde Insurgenten gesehen und von einem derselben aeschlagen und zurückgejagt worden sei. Die Truppen schlugen sofort die Richtung nach dem bezeichneten Dickicht ein und trafen auch auf die Jnsurgenten, die aber nicht Stand hielten, sondern sich auf die Flucht machten. Am andern Tage war derselbe Judenknabe von seinem Lehr- ״meister auf ein benachbaetes Dorf gesandt worden; er kehrte aber nicht mehr von seiner Sendung zurück und man fand ihn in einem Gebüsch, etwa eine halbe Meile von Dombia, an einem Baume hängend. Ein ihm in den Mund geklemmter Zettel besagte: Gestern der Verrath, heute der Tod. Maroeeo. § Tanger. Kaum sind die Spanier inMarocco wieder zu eintger Macht gelangt, so führteil sie vor einigen Monaten in Tanger Greuelthaten auf, die zu den schrecklichsten gehören die die Geschichte aufznwetscn hat. Man wird wirklich wieder in die grausigen Zeiten der schrecklichsten Torturen und Marterkammern zurückversetzt, und ein Staat, dessen Vertreter unter furchtbarer Höhnung aller Rechtsgrundsätze, Menschen auf die Folter spannen und dann ermorden läßt hat sich selbst aus der Reihe civilisirter Nationen ausgelöscht. Spanien hat sich schon einmal durch die Austreibung seiner Juden an den Rand des Verderbens, und in ein, Jahrhunderte dauerndes elendes Siechthum gebracht, es hat aber nichts daraus gelernt, und erscheint wie vor 400 Jahren als die fanatischste, blutdürstigste Natton, über die die Sonne der Civilisation leider noch nicht aufgegangen ist. Das folgende Faktum (nach französischen und englischen Quellen) wird beweisen, baß wir nicht zuviel gesagt haben. In Saffi, einer marokkanischen Hafenstadt starb der dortige Steuereinnehmer, ein Spanier, nach fünftägiger Krankheit, in welcher sich kein etnziges Symptom das auf eine Vergiftung hindeuten würde, herausstellte. Nichtsdestoweniger verbreitete sich bald nach seinem Tode das lügnerische Gerücht, dem Verstorbenen sei Gift betgebracht worden, und man warf den Verdacht auf einen 14jährigen jüdischen Knaben Namens Jakob Beniouda, der im Dienste des Verstorbenen gestanden. Der spanische Consul Merry y Colon verlangte die Verhaftung

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