Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 10 (1863-1864)
- Issue
- Heft 2 (November 1863)
- Article
- Die Alliance israélite universelle
- Date
- 1863-11-01
- Page
- 58 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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58 Die Alliance israelite rechtigen wenigstens zu guten Hoffnungen für das weitere Streben und Wirken des Vereins. Der Bericht geht dann auf die Thätigkeit der Alliance für die jüdischen Interessen in der Schweiz über. Sie verfolgte daselbst einen doppelten Zweck. ״Es handelte sich einerseits darum im Aargau die Emancipation der Juden die zuerst adopttrt hernach wieder zurückgenommen war, aufrecht zu halten. Wir haben unsere Reklamationen an das aargauische Volk selbst gerichtet, auf allen Wegen die uns die Publicität darbot. Die liberaten französischen Journale haben uns ihren Beistand geliehen, wir freuen uns ihnen hier den Tribut unserer Dankbarkeit abstatten zu können. Wir haben auch den Beistand der Diplomatie angerufen, und durch den Herrn Präsidenten des Consistoire central die Sache unserer Glaubensgenossen dem großen Rath von Aargau durch den Bundesrath selbst empfehlen lassen. Alle diese Bemühungen sind jedoch von keinem unmittelbaren Erfolg gekrönt worden. Persönliche Interessen durch fanatische Leidenschasten gestützt, ließ für jetzt die Emancipation der Juden in Aargau scheitern" (sie wurde inzwischen durch Beschluß vom 28. August im großen Rath angenommen). Die Alliance verfolgte aber noch eine zweite viel allgemeinere Angelegenheit; neue Handelsverträge waren im Begriffe zwischen der Schweiz und Frankreich, Belgien und den Niederlanden abgeschlossen zu werden. ״Es handelte sich darum die periodische Er- Neuerung der Unbilligkeit zu verhindern, die die Juden von den Vortheilen ausschlteßt, die die Bekenner aller anderen Religionen genießen. Frankreich hatte nicht erst nöthig benachrichtigt zu werden. Seit 1833 hört das Consistoire central nicht auf, dem Gouvernement die gerechten Klagen der Israeliten vorzulegen. Unsere Actton hatte sich also nur darauf zu beschränken unsere Kollegen in Belgien und Holland zu gleicher Handlungsweise aufzufordern." Die Bemühungen sind inzwischen, nachdem der Bericht der ihren Erfolg nur erhofft, schon ausgegeben war, in Holland vom besten Erfolg gekrönt worden. Die zweite Kammer der Generalstaaten hat nämlich mit einer Majorität von 38 gegen 7 Stimmen den Handelsvertrag mit der Schweiz verworfen, eben wegen seiner judenseindlichen Be-