Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 9 (1862-1863)
- Issue
- Heft 11 (August 1863)
- Article
- Schweiz : Bern [Nachricht]
- Date
- 1863-08-01
- Page
- 521 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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521 schluffe vom 24. September 1856, betreffend die bürgerlche Gleichstellung der schweizerischen Israeliten, das aargauische Gesetz vom 27. Juni 1862 anfzuheben. soweit es dem erwähnten Beschlüsse entgegen ist." 2) ״Der Bundesrath soll der Jncorporation der schweizerischen Israeliten im Aargau gemäß dem Gesetz von 1850 über die Heimathloscn seine fortwährende Aufmerksamkeit schenken." — Der Nationalrath hat heute unter Namensaufruf mit 43 gegen 40 Stimmen das NiederlassnngSgesetz angenommen. Frankreich. * Die Wahlen zum Corps legislativ haben ein überraschend günstiges Resultat für die Juden Frankreichs gehabt. Nach dem Univ. Jsraelite werden nämlich folgende 6 Juden in demselben sein: A. Fould (Haukes Pyrcnecs), Edouard Fould (Allier), Leopold Javal (Sonne), Emile Pereire (Gironde), Eugene Pcreire (Tron), Isaak Pereire (Pyrences Orientales). 36 Millionen Franzosen haben 283 Repräsentanten — 1 auf 127,108 Einwohner; und die israelitische Bevölkerung, die sich auf kaum 100,000 Seelen beläuft, hat sechs Repräsentanten im Corps Legislative. Unser Triumph bemerkt der Univers ist eklatant und unser Land hat wieder einmal die ganze Größe seiner Toleranz und Sympathie, seiner Brüderlichkeit und seines Vertrauens zu unfern Glaubensgenossen gezeigt, welchen es freudig seine theuersten und wichtigsten Interessen anvertraut. Die Deputirten anderer Cultcn, wird schließlich bemerkt, werden fast immer aus Gründen, die weniger aus ihren rein persönlichen Eigenschaften resultiren, gewählt; sie nehmen in Mitten ihrer Wähler wichtige Stellen in agricoler, industrieller und commercieller Beziehung ein, oder bekleiden Municipal- oder Departemental- Aemter, oder besitzen eine zahlreiche und mächtige Familie, deren Stimmen zählen, oder den Einfluß des Clerus, dessen Beistand schwer wiegt; mit einem Worte sie werden gewählt ans tausend lokalen und speciellen Rücksichten. Die Israeliten, man kann es mit Recht behaupten, sind seit ihrem Eintritt in die Kammer 1831 stets wegen ihrer persönlichen Verdienste gewählt worden; es waren immer sehr ausgezeichnete eminente Männer, mehrere von ihnen von europäischer Berühmtheit. Durch ihre glänzenden Eigenschaften, ihren Charakter und ihre Tugenden, ihren Patriotismus und Geistesgaben haben sie die Sympathie des Volkes erobert und die letzten Spuren religiöser Vorurtheile besiegt. Erzkatholische Bevölkerungen haben sie gewählt (unsere Rabbinen haben keine episcopalen Erlasse veröffentlicht) weil sie wußten, diese Israeliten würden würdige und edle Repräsentanten Frankreichs sein, unbestechliche Wächter seiner Prosperität und seines Glückes.