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Jeschurun · 1863-08-01 · Heft 11 (August 1863) · p. 518

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
9 (1862-1863)
Issue
Heft 11 (August 1863)
Article
Deutschland : Lemberg [Nachricht]
Date
1863-08-01
Page
518 (sequence 1)
Language
German
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IRI
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518 L emberg, 27. Juli. Gestern verübten Polen Excesse gegen Juden. Mehrere Personen wurden durch Steinwürfe verletzt. Militärpairouillen stellten die Ordnung wieder her. Göttingen, 24. Juli. Um dem verstorbenen hochverdienten katholischen Pfarrer Hümpcl ein Dcnkzcichen zu setzen, ist hier uuter den Katholiken eine Sammlung veranstaltet. Zu derselben wünschte auch ein Jude, der zu den Verehrern des Verstorbenen gehört, eine Beisteuer zu geben. Allein der ultrakatholische Kirchenvorstand wollte das Scherstein eines Juden nicht annehmen. Ebenso mußte ein Lntheraner, der auch gern beisteuern wollte, in die Liste, worin die Beiträge eingezeichnet wurden, einen katholischen Namen eintragen, um nicht mit seiner Liebesgabe abgewieseu zu werden. (Z. f. Ndd.) Von der Regnitz, 21. Juli. Im Mai 1850 wurde der erste Jsraeltte in Nürnberg in den Gemcindeverband aufgenommen, nachdem ״die kaiserlichen Kammerknechte" gegen Ende des 14. Jahrhunderts ganz aus der Reichsstadt vertrieben worden waren. Sie stedelten sich zwar im benachbarten Fürth an, fanden aber dort nicht den gehörigen Spielraum, wcßhalb sic immer wieder, trotz aller Plackereien, mit Nürnberg in geschäftlichen Verkehr traten. Nach einem Rathserlaß von 1773 erhielt ein Jude Einlaß in die Stadl Nürnberg nur an zwei Thoren, und mußte für einen Tag Ansenthalt 45 kr. au den Stadtpfänder und 15 kr. für ein ihn auf al- . len Gangen begleitendes -altes Weib bezahlen. Kein Jude durfte in Nürnberg übernachten, in keinem Hause eines Christen ein Gewölbe zu Geschäften benutzen, auf dem Markte sich nicht sehen lassen, und eben so gehässig waren die Bestimmungen über den Landesprodukten- Handel k. Im Oktober 1800 wurde der Judenzoll zwar aufgehoben, aber dagegen der Thorzoll auf 7 kr., der Legttimationsschein auf 30 kr-, die Erlaubniß zum Uebernachten auf 1 fl. Gebühr fcstgesetzt. Gegenwärtig wohnen in Nürnberg 153 jüdische Familien, die eine Schule und ein Gebcthaus einrichtcten; man ist daran einen Friedhof zu erwerben, zu welchem Zwecke der Bankier Cahn soeben 1000 st. vfferirt hat, mit dem Versprechen weiterer Gaben, wenn die Mittel nicht reichten. Bemerken wollen wir noch, daß voriges Jahr ein jüdischer Kaufmann, an seinem Knäbletn die Beschneidung nicht vornehmen ließ, was unter der orthodoxen Partei nicht wenig Anstoß hcrvorrief, zumal der rituelle Akt bis jetzt noch nicht vollzvgen ist. Zwei Privatgesellschaften verweigern die Aufnahme von Juden; im Museum, wo die Elite Nürnbergs sich versammelt, sauden bis jetzt 15 solche statt; unter den jüdischen Bewohnern Rürnbergs befinden sich zwei Advokaten und zwei Aerzte. (F. I.) Schweiz. *** Basel. In keinem Lande findet man einen solchen Grad politischer

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