Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 9 (1862-1863)
- Issue
- Heft 11 (August 1863)
- Article
- Aw
- Date
- 1863-08-01
- Page
- 480 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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480 Einleitung zum JesaiaS. JesaiaS und seine Welt. ten, durch alle Stürme und Kämpfe der Geschicke zu dem sichern Ziele der winkenden Erlösung siegreich hinüber und hindurch zu geletten. Ward ihm in der Stunde seiner Erwählung Israel als die Eiche gezeigt, an welcher Sturm'nach Sturm Blätter und Aeste ge-, knickt, und dennoch, was verloren geht, was den Stürmen erliegt, nur das ungcweihte, das zu Gott nicht emporblühende ist, das Gott geweihte ״Zehntel" aber bleibt, als Stamm und Saat eines künftigen ewigen Hetligthums bleibt: so ward er ausgerüstet diese Stürme zu schauen und zu verkünden, und mitten in den Stürmen sich zu dem entasteten, gebrochenen Stamm niederzubeugen und in ihm jenen Kern auszusuchen und mit dem Gotteshauche seines Wortes lebendig und kräftig zu erhalten, der eben die Zukunft in seinem Schoße trägt und dieser Zukunft verkannt und ungekannt ausdauernd entgegen harren soll. Er hatte den Sturm geschaut und verkündet, der die Wogen der assyrischen Macht über Juda herausbrausen ließ; er hatte auch die Wundermacht Gottes geschaut und verkündet, die das kleine, winzige Judäa zum unerschütterlichen Felsen gestaltete, an welchem sich schwachbedeckt die stolzen assyrischen Wogen brachen. Er hatte den Sturm geschaut und verkündet, der Judas Volk in die Gefangenschaft nach Babel trieb; er hatte auch die Allmacht der Gotteswaltung geschaut und verkündet, die sich Jahrhunderte zuvor -den Gewaltigen bestellte und weihete, der Babels stolze Macht in Trümmer werfen und Juda's Gefangene der freien Wiederkehr in die Heimath schenken sollte. Er hatte aber auch den dann Jahrhunderte hindurch wüthenden Sturm zu schauen und zu verkünden, der Israels Söhne weit über die Erde, durch alle Völker und Länder hinstreuen sollte, und die Erlösung zu schauen und zu verkünden, die dann endlich den Nest der Allzerstreuten, nach allen prüfenden und reinigenden Stürmen, wieder sammeln und für die dann unverlierbar ewige Lösung ihrer Bestimmung auf heimischen Boden vereinigen soll. Dieses Galnth und diese Geulah, diese Zerstreuung und diese Erlösung, wie sie Jesaias geschaut und verkündet, versuchen wir nun aus seinen Worten zu zeichnen. Er sieht [ 11 ״] das Gottesvolk durch Aschnr und Mizrajim, Pathras und Kusch, Elam, Schtuear und Chemath und durch die