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Jeschurun · 1863-07-01 · Heft 10 (Juli 1863) · p. 471

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
9 (1862-1863)
Issue
Heft 10 (Juli 1863)
Article
Frankreich : Mühlhausen [Nachricht]
Date
1863-07-01
Page
471 (sequence 1)
Language
German
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IRI
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471 Frankreich. **Mühlhausen. Die Tagesblätter berichten von einer erhebenden Feier die hiesclbst am 3. Mai siattfand. Es galt der Einweihung des Hosptce-Hospitals, das die jüdische Gemeinde sür die armen Glaubensgenossen in den Arrondissements von Mühlhausen und Belfort errichtet hat. Das Gebäude selbst bietet einen sehr schöneu Anblick dar, es enthält zwei Stockwerke, im nntern sind die Küche, Bäder re. im obern die uöthigen Krankensäle, Apotheke, Waschsaal 1c. Schone Gärten, 20 Acker gross umschließen nebst mehreren Hofen das Gebäude, das in weniger als einem Jahr gebaut wurde. Es scheint hier überhaupt ein reger gemeinnütziger Sinn zu walten. Wie aus einer Rede des Präsidenten des Administrationscomitös des Hospitals hervorgcht, wurde vor nicht langer Zeit hier eine Arbeitsschule gegründet, die in schönster Blüthe steht; die Errtchtung dieses Hospitals ist eine neue Schöpfung, und ein sögenanntes asile agricole für die Israeliten vom Lande soll noch geschaffen werden. Jedenfalls drei schöne Schöpfungen in einer einzelnen Gemeinde. In Betreff des Hospitals heben wir noch einige Details hervor. Das Terrain ist eine Schenkung des Herrn R. Drcyfuß. 36,000 Fr. die für den Bau verwendet wurden, brachte eine Subscription und freiwillige Spenden auf. 10,000 Fr. für die Möblirnng und innere Einrichtung sind das Resultat einer Lotterie. Für die Erhaltung des Hospitals rechnet man auf Pensionen, freiwillige Gaben, Legate, depnrtemental- und municipale Subventionen und besonders auf eine gegenseitige Association sämmtlicher Männer von 20 Jahren an in beiden Arrondissements, die arm und reich jeder wöchentlich 10 Centimes zu zahlen haben. Diese Association besteht seit 6 Monaten und liefert 6000 Fr. jährlich. Zur Gründung eines unantastbaren Capttals sind bereits von 5 Geber» 13,000 Fr. vorhanden. 16 Betten sind besetzt, nächstes Jahr hofft man deren 24 und im darauffolgenden 36 zur Denntzung aufstellen zu können. Wir sehen, wie hier mit verhältnissmäßig kleinen Mitteln doch Großes erreicht werden kann. Die Idee etner gegenseitigen Associa« tion ist eine äußerst glückliche, und verdient gewiss in vielen Kreisen, wo Geldmittel nicht reichlich vorhanden sind, Nachahmung. Die Baukosten von 36,000 Fr. für ein Hospital, das jedenfalls Raum für 36 Betten darbietet, sind überraschend billig, und wird bei entsprechcnder Verwaltung die neue Schöpfung gewiss segensreich wirken. Die übrigen Details — nach dem Indust. alsac. — der Etnweihungsfeter übergehen wir. Herr Oberrabbiner Klein in Colmar soll eine vortreffliche Rede bei dieser Gelegenheit gehalten haben.

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