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Jeschurun · 1863-06-01 · Heft 9 (Juni 1863) · p. 429

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
9 (1862-1863)
Issue
Heft 9 (Juni 1863)
Article
Polen [Nachricht]
Date
1863-06-01
Page
429 (sequence 2)
Language
German
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429 t\P 1 ihre Liebe zur Lehre Mosis zu bekunden. Sie zerschnitten nämlich die in den Gotteshäusern unter Schloß und Riegel bewahrten hetligen Pergamentrollen und benutzten sie zur Ausbesserung ihrer Torntster, Stiefeln, und Anderer militärischer Ritualien!!! Schweden. 0. Stockholm, 11. Mai .1863. Der bekannte Reisende I. I. Benjamin hat dieser Tage vom König von Schweden die goldene Medaille ״pro litteris et artibus“ erhalten. In dem sehr anerkennenden Schreiben des Königs werden die Verdienste, welche sich Herr Benjamin durch seine Reisen um die Ethnographie erworben, hervorgehoben und' namentlich aus sein jüngstes Werk über Amerika, an welchem die Fretmüthigkett des Urtheils besonders gerühmt wird, hin gewiesen. ׳ Wir freuen uns sehr in dieser Auszeichnung eines Israeliten wiederum einen Beweis erblicken zu können, daß unser Hochgebildeter Monarch das Verdienst ehrt und würdigt, ohne Rücksicht aus Nation und Confession. Palästina. Jerusalem. Nachrichten aus den tranSjordanischcn Gegenden bestätigen, daß im ganzen Lande Gilead eine seit zwanzig'Iahren nicht gesehene Schnecmassen gefallen war, in deren Folge der Jordan nngewöhnlich angeschwollen. Man verspricht sich davon ein fruchtreiches Jahr in jenen Gegenden und freut sich dessen auch in Jerusalem, das vorzugsweise auf die Erträgnisse der Jordangegend angewiesen iss Was im Westen von Jerusalem wächst geht in der Regel nach Jaffa zur Ausfuhr ins Ausland. — Wenn gleich die Anwesenheit der europäischen Consuln, und insbesondere des großbrittanischen, viel zur Sicherheit des Landes und zum Schutze seiner Bewohner beiträgt, so kann man sich doch noch nirgends einer ruhigen Sicherheit hingeben und jedes Unternehmen hat Raub und Gewalt zu fürchten, die selbst die Intervention der Consuln nicht zu verhüten vermag. So ward kürzlich ein von einem Juden in der Nähe von Jerusalem gekauftes und angebautes Feld sammt einem von ihm dort im Ban begriffenen Gasthaus zerstört, und als der räuberische Thäter Schech Mustafa auf Andringen des englischen Eonsuls zur Rede gestellt worden, rechtfertigte dieser sich damit, er habe das lediglich zur Ehre der muhaMedanischen Religion gethan. Der Jude habe unter seinen angckauften Landstücken auch einen von jeher öde und wüst gelegenen kahlen Hügel erworben, von dem er sicherlich durch die den Juden bekannten Zauberkünsten gewußt habe, daß ungeheuere Schätze in ihm verborgen ssäreiu Es sei aber nicht zu dulden und eine Schmach für Muhameds Gläubige, daß solche Schätze in die Hände von Ungläubigen' fiesen. Das genügte um dem

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