Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 9 (1862-1863)
- Issue
- Heft 8 (Mai 1863)
- Article
- Türkei : Smyrna [Nachricht]
- Date
- 1863-05-01
- Page
- 385 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
- correspondence
- OCR quality
- 97% known words query
- IRI
…/2932754-2932919-2932928--08294-2947971- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
385 Wer da ins Mittel treten wollte, Franzose, Engländer oder Italiener, wurde mißhandelt; selbst die Frauen vergriffen sich an den Juden, Gleichwohl nahmen die Wachen der französischen, österreichischen und italienischen Consulate die unglücklichen Schlachtopfer unter ihren Schutz und geleiteten sie in die Juden-Quartiere. Die Stadtbehörden schritten erst spät ein, allein sie ergriffen Doch die nöthigen Maßregeln und jetzt können die Juden wieder sich überall ungehindert hin bewegen. Ungefähr dreißig Ruhestörer sind verhaftet. (E. Ist.) Amerikas ' Newyork. Nach dem Messenger denkt man ernstlich daran, eine Vereinigung unter den verschiedenen Gemeinden dieser Stadt zu Stande zu bringen und eine religiöse Autorität an die Spitze zu stellen. Eine solche Organisation für eine Stadt von solcher Bedeutung, die vielleicht 30,000 jüdische Bewohner hat, ist gewiß überaus wünschenswert!) und dürfte den mancherlei und beklagenswerthen Uebelständen, die aus der bisherigen Anarchie daselbst entstanden, gründliche Abhülfe bringen. Pottstown. Es wohnen hier nur zwei jüdische Familien, weßhalb von hier keine Gemeinde-Nachrichten zu erwarten sind. Jedoch dürfte eine menschenfreundliche Handlungsweise eines christlichen Eisengießerei-Inhabers, welche zu unserer Kunde gekommen, wohl der Veröffentlichung werth sein und ebenso dankbare Anerkennung aller Juden verdienen als wohl der Nachahmung ernstlich für alle Fälle empfohlen werden, wo Juden Gelegenheit haben ihre Brüder in ihrem Geschäfte zu beschäftigen. Vor etwa zwei Jahren zog ein armer Mann von Philadelphia nach Pottstown und suchte Arbeit in einer Eisengießerei, die ihm auch mit dem Privilegium ertheilt wurde, daß er seinen Sabbath, ohne den geringsten Abzug von seiner Löhnung, halten dürfe! Ein solcher Beistand zur Erfüllung der Gewissenspflichten eines Andern gegen göttliche Gebote ist mehr als gewöhnliche Wohlthat. (Occident.) — In Betreff des Verbannungsdekret, welches General Grant gegen die Juden erlassen, bemerkt der Univ. Ist׳., kennt man jetzt die Motive. Seine Familie treibt, unter dem: Schutze seines Säbels einen Handel mit Baumwolle und hat dabei beträchtliche Summen gewonnen. Einige Juden haben es versucht auch Einiges in gleicher Spekulation zu gewinnen. Daher der Haß des Generals und das Verbannungsdekret gegen alle Juden, welche das unter seinem Commando stehende Gebiet bewohnen. Hamans Haß war tausendmal nob-