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Jeschurun · 1863-05-01 · Heft 8 (Mai 1863) · p. 370

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
9 (1862-1863)
Issue
Heft 8 (Mai 1863)
Article
Ein Mission zu den Falscha-Juden in Abessinien
Date
1863-05-01
Page
370 (sequence 2)
Language
German
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370 Eine Mission zu den Falascha-Judm in Abessinien. Scheba (S^ba), nach Aethiopien gekommen, als diese ihren mit Salomon erzeugten Sohn Menilek, von dem die Könige von Adessinien abstammten, nach Hause nahm. Diese Falaschas waren dereinst unabhängig, und wurden von Königen und Königinnen beherrscht die man Gideon und Judith nannte; allein sie sind jetzt ein unterworfener Volksstamm und über fünf Provinzen zerstreut, wo sich ihre Niederlassungen stets durch den rothen Topf aus der Spitze ihres gottesdienstlichen Gebäudes auszeichnen. ״Anspruch machend auf direkte Abstammung von Abraham, Isaak und Jakob, sind die Falaschas stolz auf den Rühm ihrer Vorvorderu und auf die Reinheit des Bluts das in ihren Adern kreist. Zwischenhetrathen mit Mitgliedern eines ,andern Stamms oder Glaubens sind streng untersagt, ja selbst der Besuch des Hauses eines Ungläubigen ist eine Sünde, und unterwirft den Uebertreter . der Strafe einer gänzlichen Reimgung und einer vollständigen Aenderüng der Kleidung, ehe er wieder in seine eigene Behausung eintreten kann. Ihr strenger zu ketnem Ausgleich sich herbeilassender Sectengeist ist in hohem Grade wohlthätig gewesen, dadurch, daß er aus ihrer Gemeinschaft jene zügellose Lasterhaftigkeit verbannte, welche alle andern Einwohner' Aethyopiens kennzeichnet, und man gibt im allgemeinen zu, daß Männer und Fraßen der Falaschas selten, wenn je, vom Pfade der Tugend abweichen, oder das feierliche Gesetz der zehn Gebote übertreten. ׳ Die Falaschas muntern nicht zu frühzeitigen Heirathen aus; das für Männer hiezu bestimmte Alter ist zwischen zwanzig und dreißig, das für Mädchen zwischen fünfzehn und zwanzig Jahren. ״Ein einmal etngegangenes Verlöbniß kann keine prtesterliche Ge- Walt je mehr umstoßen." Sie verwerfen die Polygamie, und halten ihre Weiber und Töchter nicht hinter Mauern verborgen. Sie bringen Sühnopfer bar an ihren Altären; ihre Gotteshäuser sind in drei Abtheilungen gebaut, mit einem von Osten offenen Eingang. ״Mnsterhaft in ihrem sittlichen Betragen, reinlich in ihren Gewohnheiten und andächtig in ihrem Glauben, sind die Falaschas auch industriös in ihren täglichen Geschäften und in ihren Lebensberufen. Feldwirthschaft und einige einfache Gewerbe — als Schmiede, Töpfer und Weber -^ bilden die einzigen Beschäftigungen in die sie sich ein-

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