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Jeschurun · 1863-05-01 · Heft 8 (Mai 1863) · p. 363

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
9 (1862-1863)
Issue
Heft 8 (Mai 1863)
Article
Pädagogische Plaudereien
Date
1863-05-01
Page
363 (sequence 9)
Language
German
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Pädagogische Pläudereim. 363 in eine sich auf ganz ändere Principien anfbauende, sich für ganz andere Ziele gestaltende und darum nach ganz andern Motiven sich bewegende Welt, und mehr als je ist das heutige Jißrael ganz eigent-! sich und innig hineingesäet in den Schooß dieser ihm ursprünglich fremden Bewegung, wird mit all diesen Bestrebungen immer inniger verweb^ kann sich immer weniger all den mannigfachen, theils scheinbar, theils wirklich fremdartigen Einflüssen entziehen, und soll doch nicht untergehen in diesem Meer von Einflüssen, soll vielmehr mitten in dieser es von allen Seiten anziehenden und zur völligen Dahingebung offen; oder stillschweigend auffordernden Welt die eigenthümliche Gottes-Saat bleiben, die darin eben ihre ewige sittliche! Frische bethätigen soll, daß sie, weit entfernt in die von allen Sei-! ten auf sie eindringende Welt unter zu gehen, vielmehr Licht und Thau, Sturm und Regen, Speis und Moder der Geschichte immer mehr bewältigen/ immer mehr verarbeiten soll um in immer großerer Mannichfaltigkeit und Blüthe das eigenthümliche Gottes-Gewächs j des Judenthums zu zeitigen — und es dürfte sich die jüdische.Wis-! senschaft der Erken ntniß aller dieser Einflüsse entziehen? Es! hätte nicht vielmehr die jüdische Wissenschaft die möglichst volle und! richtige Kenntniß aller der bewegenden Hebel und hemmenden Mas- : sen dieser, den zeitlichen Boden unserer ewigen Entfaltung bildenj den Welt zu erstreben, hätte nicht alles, was von dieser rastlos S dahinarbeitenden Welt an geistigen, sittlichen und socialen Erscheij nung in Kunst, Wissenschaft und Leben und in dem Herold und! Vermittler derselben, in der Literatur zu Tage und in die Hütten, j Geister und Gemüther des jüdischen Geschlechtes hineintritt, mit alj lem Ernste zu erkennen, zu begreifen und das Erkannte und Bej griffene mit jüdischem Lichte zu beleuchten und am jüdischen Maßz stabe zu messen, hätte nicht von vornherein den Schatz der jüdischen jj Wissenschaft also zu pflegen, daß sie von selbst sich zu einem solchen s Lichte, zu einer solchen Wage, zu einem solchen Maßstabe für die j Verhältnisse der Menschen auf Erden darbiete? Nur das Erkannte und Begriffene kann gewürdigt, und nur das Gewürdigte kann beherrscht und bewältigt werden. An dem, was wir unerkannt und unbegriffen auf uns einwirken lassen, gehen wir geistig und sittlich zu Grunde, Eben aber weil es sich nicht um eine blos theoretische Spcku-

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