Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 9 (1862-1863)
- Issue
- Heft 7 (April 1863)
- Article
- Deutschland : Kassel [Nachricht]
- Date
- 1863-04-01
- Page
- 333 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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333 Thcilnahme des Landrabbinen an christlichen Leichenbegängnissen in der Weise, daß derselbe vor dem Sarge neben und unter de» Geistlichen der chsistltchen Kirche hergehe, für die Zukunft unterbleibe. Beschluß: Der Provinzialrabbtner Herr Di׳• Adler hat in Zukunft in der vorerwähnten Weise an christlichen Leichenbegängnissen nicht Theil zu nehmen, (gez.) Wachs." — Dem Vernehmen nach ist das Gesuch des Herrn Adler um Aufhebung dieses Beschlusses dem kurf. Ministerium des Innern vorgelcgt worden. Baden. Die aus Anlaß der bürgerlichen Gleichstellung von den Israeliten des Landes veranstaltete Geldsammlung soll einen Betrag von über 30,000 fl. erreicht haben. Man hat nunmehr die Frage aufgeworfen, ob daraus eine selbstständige Stiftung gcgrünbet oder die Summe einem schon bestehenden Verein (zur Unterstntzung bedürftiger Lehrer) zugewiesen werden solle. Belgien. Brüssel, 12. März. Bei den Verhandlungen der Centralsection der Kammer über den Handelsvertrag mit der Schweiz wurde die Regierung ausgefordert, auf's Lebhafteste darauf zu dringen, daß die gesetzlichen Beschränkungen der bürgerlichen und politischen Rechte der Israeliten, welche in vielen Kantone» der Schweiz noch bestehen, ausgehoben werden mochten. Die Schweiz ist wirklich das Land der Gegensätze. Von der einen Seite sehen wir im Waadtkanton die Kämmer sich fast für die direkte Gesetzgebung durch das Volk aussprechen und von einer anderen Sette erhalt sich noch manches alte Erbstück des Aberglaubens und der ׳finsteren Versoltzungszeit. (F. I.) Schwerz. Bern, 13. März. Aus Aargau wird der ״N. Z. Z." betreffend die Israeliten, blieben die Ultramontancn im großen, Rath ebenfalls Meister, indem der Artikel, der ihnen gleiche politische Rechte mit den Christen geben wollte, mit 76 gegen 61 Stimmen verworfen wurde. Italien. (Ans dem christlichen Rom.) Zn Rom wurde vor Kurzem ein Jude, der eine arme alte Frau, die vor Hunger und Elend auf der Straße zusammenbrach, ins Haus nahm und unterstützte, poltzeiltch zu Geld- und Gefängnißstrafe verurtheilt, weil er damit ein Gesetz verletzte, welches den Juden jede Gabe an Christen verbietet. Die ״Judependance beige" fragt: Hat wohl der Katholicismus einen schlimmeren Geind, als die weltliche Macht des Papstes?