Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 9 (1862-1863)
- Issue
- Heft 7 (April 1863)
- Article
- Aus der Gegenwart
- Date
- 1863-04-01
- Page
- 317 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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Von S... S17 liche sie zu beschwichtigen. Doch vergebens, sie schien ihn gar nicht zu kennen, und in wilden Fieberphantasien verbrachte sie die ganze Nacht. 6. Es war ein heiterer Frühlingstag, mit wärmender Milde sandte die Sonne ihre Strahlen ans die wieder erwachende Natur. Auch die oben erwähnten Gartenanlagen grünten und blühten in frischem Glanze, und süß duftende Frühlingsblumen erfüllten die Luft mit lieblichen Wvhlgerüchcn. Mit innigem Wohlbehagen schien eine schöne junge Dame diese einzuathmen. Sie schien die frische Luft wohl längere Zeit entbehrt zu haben, denn ihre durchsichtige Bläffe und ihr matter Gang ließ'en auf keine ganz ungetrübte Gesundheit schließen. Dies mochte auch wohl der Grund sein des etwas trüben Ausdrucks in ihren einst so lebensfrohen Zügen. Ein bildschönes Kind von ungefähr vier Jahren hüpfte spielend an ihrer Seite. Es war Arabella, die mit ihrem Söhnchen die schattigen Alleen langsam durchschritt. Munter sprang der lebhafte Kleine um sie herum. Tausenderlei Merk- Würdigkeiten hatte er ihr zu berichten, von den bunten Schmetterltngrn, die wie Blumen aussahen, den schwarzen Bienen, denen er durchaus Honig machen zusehrn wollte u. dgl. m. Eben entdeckte sein suchendes Auge ein paar herrliche goldgelbe Blumen, wahre Wunder von Schönheit, mit einem lauten Freudenschrei begrüßte er sie, es gab der Gänseblümchen gar zu wenig im Park. ״Mama, Mama, geschwind komm her und sieh die wunderschönen Blumen?" Aber die Mama war viel zu langsam für die Ungeduld des Kleincn, rasch entschlossen faßte er die prächtigen Blumen riß sie ans der Erde und brachte sie im Triumph seiner Mutter. ״Sind sic nicht herrlich?" rief er ihr entgegen.