Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 9 (1862-1863)
- Issue
- Heft 6 (März 1863)
- Article
- [Nachricht]
- Date
- 1863-03-01
- Page
- 291 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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291 Ruf seines Schöpfers, und es war Ihm leider nickt gegönnt, die Früchte seiner unermüdlichen Anstrengung zu sehen. Obwohl plötzlich abgerufen, traf es ihn doch nicht unvorbereitet; den Verordnungen unserer Weisen folgend, einen Tag vor seinem Tode gerüstet zu sein, widmete er sein ganzes Leben der Vorbereitung für die Ewigkeit.' Sein beständiges und unerschütterliches Festhalten an seinen so wohl bekannten Pttncipien und Glaubmssatzungen erwarben ihm nicht allein die Achtung und das Vertrauen derer, die seine Ansicht theilten, sondern sogar diejenigen, deren Glaubensansichten weit von den seinigeu differirten, konnten ihm die Achtung unb Bewunderung nicht versagen, die sein festes, im׳ Vertrauen sowie tut Glauben unerscbütterliches Leben in so reichlichem Maße verdiente. Wie sehr er geliebt und geachtet war, konnte man auch deutlich an dem nngeheuren Leichenzug wahrnehmen, der seine Leiche zur letzten Ruhe geleitete, und an dem Eifer, mit dem ein Jeder sich bestrebte seine testamentarischen Verordnungen auszuführen. Wir betrauern den Verlust eiues wahrhaften und treuen Führers, dessen ernsten Ermahnungen wir nie mehr lauschen werden. Unser ist der Verlust, doch sein der Gewinn; denn er hat dieses flüchtige Leben mit dem Reiche des immerwährenden Friedens vertauscht, dort den Lohn für sein frommes und tugendhaftes Leben zu empfangen, ein Reich, nach dem beständig sein Blick hoffnungsvoll gerichtet war und in welches würdig einzngehen, er sich zum Zweck, zur Aufgabe seines Daseins gemacht hatte. Der betrübten Wittwe und Familie bezeigen wir unsere wärmste Theilnahme und wünschen, daß die Tröstungen unserer heiligen Religion auch in ihre blutenden Herzen lindernden Balsam gießen möge. Beschlossen, daß dieser Bericht Ln die Akten unserer Gemeinde ausgenommen werde, eine Abschrift desselben den betrübten Hinterlassenen zugesendet, sowie in der jüdischen Presse im ANgemeinen veröffentlicht werde. Das Comite: M. Cohen, I. Friedenwald, M. H. Sprtnger, M Stein, M. Wiesen selb, I. Ros Wald. Eine anständige religiöse Lehrerfamtlie hier wünscht 2—3 kleine Mädchen, die eine hiesige Schule besuchen sollen in Kost und Pflege zu nehmen. Da die eigenen Kinder schon herangewachsen sind, so würde den ihnen anvcrtrauten Kindern ein freundlicher Umgang und von den Eltern selbst gewissenhafte Pflege und Aufsicht zu Theil werden. — Herr Rabbiner Hirsch und Herr M. I. Kirchhetm werden auf franco Anfragen gütigst nähere Auskunft ertheilen.