Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 9 (1862-1863)
- Issue
- Heft 6 (März 1863)
- Article
- Aus der Gegenwart
- Date
- 1863-03-01
- Page
- 279 (sequence 20)
- Language
- German
- Belongs to
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Von S..° 279 ״wenn du selbst dann, wenn auch nur zuweilen an unsere heilige Gebote vergessen könntest — da wäre es mir lieber, viel tausendmal lieber, ein frühes Grab deckte unsere Hoffnungen —u ,,Bella, um des Himmels willen! wie kannst du so schreckliches reden!" ״Sebrecklicb, wohl wäre es schrecklich, aber ich sehe noch schrecklickeres, wen!— ׳ ״Halt ein, Bella, halt ein! Ich schwöre dir bet allem was mir und dir heilig ist, bei dem Leben des Kindes, um das wir beide zu Gott fleben, es wird nie wieder gescheheu —" Glühende Röthe überzog ihre Wangen, ein Lächeln umspielte ihre Lippen und das Vertrauen zu ihrem Gatten kehrte wieder ein in ihre Brust. — — — — — — — — — —- — Die Zeit verstrich und mit innigem Entzücken saben die Gatten den Zeitpunkt herannahen, der allein ihr Glück zu erhöhen vermochte. Denn Arthur, der seine Gattin so aufrichtig liebte, hatte es nach und nach über sich gewonnen, in ihrer Gegenwart selten eines jener Gebote zu übertreten, die seiner Bella so heilig galten, und da dieses immer seltener geschah, konnte sie wohl mit Recht erwarten, daß es endlich ganz aufhören würde. Freilich wußte sie es nicht, daß sobald er frei war, er seine früher» Gewohnheiten nie abzulegen gedacht hatte. Wer hätte es ihm auch verargen können? Seine Gattin wollte er schonen, jede Minute ihres Lebens sollte von Glück erfüllt sein, das war der Zweck seines Lebens, und vollkommen erreichte er diesen, wenn mir sie ihn für religiös hielt. ״Was wir nicht wissen, genirt uns nicht" war seine Lieblingssentenz, der er freilich in Bellas Anwesenheit nie Ausdruck lieh. — —- (Schluß in der nächsten Nummer.) 18*