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Jeschurun · 1863-02-01 · Heft 5 (Februar 1863) · p. 239

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
9 (1862-1863)
Issue
Heft 5 (Februar 1863)
Article
Frankreich : Paris, der Suez-Canal [Nachricht]
Date
1863-02-01
Page
239 (sequence 1)
Language
German
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238 Paris, der Suez-Canal. Herr Sciama, ein Jude, einer der ausgezeichnetsten Zöglinge der polytechnischen Schule, welcher sich schon in Frankreich durch seine schönen Arbeiten an der Südbahn und seine Leistungen bei dem Central-Canal ausgezeichnet hat, ist jetzt zu einem ehrenvollen Posten zur Leitung der Durchstechung der Landenge von Suez berufen worden. Dieses Ereigniß hat auch ein jüdisches Interesse. Soll nicht Aegypten durch diesen Canal durchschnitten und in ein neues Leben geweckt werden, das Land, welches so tiefe Spuren von unfern Voreltern trägt? Gewiß werden die Arbeiter bei jedem Schritte Spuren und Denkmäler der Vergangenheit finden, deren Entdeckung nicht verloren gehen wird. Ist dies nicht ein Zeichen der Zeit und ein bewundernswürdiger Contrast? Ein jüdischer Ingenieur leitet die Arbeiten auf dem Boden der Pharaonen, wo seine Vorfahren unter dem schwersten Sklavenjoch duldeten, und diese Gegenden, Zeugen so vieler Wunder, Boden so vieler Ereignisse von denen uns die Bibel berichtet, sollen zu einem neuen Leben erstehen und ein Sammelplatz der ganzen Welt und der weiteste Kanal für universelle Civilisation werden! (Occident.) Italien. Verona, 19. Jan. Das ״Giornale di Verona" bringt folgende vom Polizeirathe Rosst in Verona ihm zugegangene officielle Berichtigung: ״Unter der Aufschrift: ״״Ein neues Mortara- Kind in Verona"" erzählen einige Blätter eine Anekdote von einem Judenkinde, welches von katholischen Geistlichen und sogar unter Assistenz der Polizeibehörde gewaltsam zur Taufe gebracht worden sei. Auf Grund genauer Nachforschungen wird erklärt, daß diese Erzählung unwahr ist, und cs scheint, daß dieselbe durch den einfachen Umstand veranlaßt worden sei, daß eine hierortige israelitische Dame, welche in Erfahrung gebracht hatte, daß ihre von Geistes- Verwirrung heimgesuchte Magd ihr (der Dame) siebenjähriges Kind heimlich der Taufe unterzogen zu haben behauptete, aus Furcht vor man weiß nicht welchen Folgen, sich bewogen fühlte, dieses Kind zu einigen ihrer Verwandten fern von Verona zu bringen." Nußland. Polen. Die Reorganisation der Behörden nimmt einen raschen Fortgang und die Emauctpation der Juden, welche in andern Ländern, deren jüdische Bevölkerungszahl in keiner Weise mit der jüdischen Anzahl in Polen (630,000 auf 5,000,000) verglichen werden kann, Decennien in Anspruch genommen, wurde hier in dem kurzen Zeitraum eines Jahres zu Ende geführt. (C. I.) Warschau. In srühern Zeiten hatte die jüdische Bevölkerung

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