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Jeschurun · 1863-02-01 · Heft 5 (Februar 1863) · p. 234

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
9 (1862-1863)
Issue
Heft 5 (Februar 1863)
Article
Deutschland : Pesth [Nachricht]
Date
1863-02-01
Page
234 (sequence 2)
Language
German
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IRI
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234 ges, war Oesterreich von fremden Armeen überschwemmt, die Hauptstadt belagert und ein großer Mangel an Nahrungsmitteln fühlbar. Da unterzogen sich einige jüdische Kanflcute großen Gefahren, die feindlichen Linien zu passiren, damit der kaiserlichen Tafel nichts mangele, und mit vielem Geschicke und Geld gelang es ihnen dem kaiserlichen Hof in Wien die besten Lebensmittel zuzusenden. Die Kaiserin behielt immer die schönen Gänse im Andenken, welche die Juden so fett zu machen verstanden. Seit dieser Zeit boten sie jedes Jahr zwei fette Gänse der Kaiserin dar und auf ihre Bitte verordnet? die Kaiserin, daß ihre Nachfolger in jeder zweiten Woche des Novembers verpflichtet sein sollten, eine Deputation der Pesther Juden mit zwei fetten Gänsen zu empfangen. (C. I.) Böhmen. In der Festung Theresienstadt ist vor Kurzem eine Synagoge eingeweiht worden. Die jüdischen Einwohner sind dort nicht zahlreich und nur erst seit jüngster Zeit hat sich die Organisirung eines Gemeinwesens als Bedürfniß gezeigt. Allein die Garnison der Stadt zählt so viele jüdische Soldaten, daß die Errichtung eines Bethauses eine Nothwendigkeit geworden. Die Militärbehörden haben daher den Bau der Synagoge unterstützt und die höhern Ofsiziere die Feierlichkeit der Einweihung durch ihre Gegenwart erhöht. (C. I.) Aus Saaz (Böhmen) 20. Dec., wird der ״Presse" folgendes Stück geweinderäthlicher Intoleranz mitgetheilt: Ein geachteten israelitischer Kaufmann richtete im September d. I. unter gleichzeitiger Vorlage zahlreicher Zeugnisse und behördlicher Auerkennungs-Schreiben, also unter Nachweisung entsprechender Qualificatton, au den hiesigen Gemeinde-Ausschuß das Ansuchen um Aufnähme in den Gemetndeverband. Die Väter dex Stadt Saaz wiesen jedoch das Ansuchen des erwähnten Kaufmanns ohne alle Angabe von Gründen einfach ab. Der Beschluß wurde mit einer Majorität von vierzehn Stimmen gegen zehn gefaßt, unter welchen letzteren sich auch die des Bürgermeisters und Rcichsraths-Abgcordneten vr. Haßmann befand, der sich vergeblich für die Willfahrung des Ansuchens verwendet hatte. Man erklärte, man habe gegen die Persönltchkeit jenes Kaufmanns nichts einzuwenden, wohl aber gegen den — Juden. Der Kaufm.ann recurrirte an daS Bezirksamt, das den Beschluß des Gemeinde-Ausschusses annullirte. Daraufhin recurrtrte der letztere an die Statthalterei, welche die Entscheidung des Bezirksamtes bestätigte. Die Bürgerschaft begab sich aber selbst dann noch nicht zur Ruhe, und ergriff ohne Wissen des Bürgermeisters, der im Reichsrathe saß, den Recurs an das Ministerium, von dem nun die Entscheidung bald zu erwarten ist. Aus! Königsberg schreibt man der ״Voss.-Ztg.": Vor un-

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