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Jeschurun · 1863-02-01 · Heft 5 (Februar 1863) · p. 232

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
9 (1862-1863)
Issue
Heft 5 (Februar 1863)
Article
Deutschland : Wien [Nachricht]
Date
1863-02-01
Page
232 (sequence 1)
Language
German
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IRI
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Neunter Jahrgang. Beiblatt zum Februrrheft. Ausgegeben den 3. Februar 1863. In dieses Beiblatt werden Inserate zu 3 kr. pr. Zeile oder deren Raum ausgenommen Deutschland. Wien. Hi storische Notizen. ״Da geht es zu wie in einer Judenschnl", ist gegenwärtig noch im Munde des Volkes ein Ausdruck zur Bezeichnung der abschreckendsten Unordnung. Diese Brandmarkung der Synagoge muß nach den Bemerk ngen des Or. G. Wolf im Univcrs Israel, in alter Zeit nicht vorhanden oder wenigstens nicht allgemein gewesen sein. Es giebt alte Verordnungen, welche den Christen den Besuch jüdischer Gotteshäuser verbieten, damit ste sich nicht durch die Gesänge rc. der Synagoge verführen und zum Abfall von ihrem Glauben verleiten lassen. Darum sollte auch keine Synagoge in einem Chrtstenhause sein, damit die christlichen Hausbewohner sich nicht zum Judcnthume verleiten ließen. Sonderbar, die Juden waren unterdrückt, mißhandelt, aufs Tiefste in ihren Rechten gekränkt, und gleichwohl fürchtete man sie und besorgte, Christen möchten ihre Religion verlassen und zum Judenthum übergehen. Schon am 5. März 1408 verbot die Republik Venedig jede Feier des jüdischen Kultus in einem christlichen Hause. Den 15. April 1448 beklagte man sich in der Nathssitzung der Republik, daß die Juden öffentliche Schulen hätten, die von Christen besucht würden um Gesang und Instrumentalmusik zu erlernen. Ein Dekret vom 29. März 1516 verbietet den Inden eine Synagoge in Venedig zu haben und gestattete eine solche nur in dem nahegelegenen Mestre. Als Motiv wird angegeben, der Gesang der Juden verführe die Christen. Ja man bezeichnete es als das Schmählichste (cosa maxime vergognosa) daß Christen und Christinnen in die Synagoge gingen und

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