Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 9 (1862-1863)
- Issue
- Heft 3 (Dezember 1862)
- Article
- Deutschland : Crefeld [Nachricht]
- Date
- 1862-12-01
- Page
- 142 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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142 schiedensten Setten leider noch immer an gefachten Judenhaß immer mehr zu bannen. Rußland. — Die Judenschaft von Wilna und Kowno hat anläßlich des Nowgoroder Jubiläums eine von den Blättern veröffentlichte Adresse an den Kaiser gerichtet. In Kremenetz hat ein Jude, Namens Karson, am Geburtstage des Kaisers und wieder am Nowgoroder Tage GOO Soldaten bewirthet und den Civil- und Militärbehörden ein großes Diner gegeben. Dieselben haben geruht, das jüdische Dtner anzunehmen. (Nat.-Z.)?.Warschau. Die in den verschiedenen Zweigen der Gesetzgebung eingeführten Reformen, haben auch für die Lage der Juden im Königreiche die heilsamsten Folgen gehabt. Mit der Gleichstellung der Juden, die wohl nun endlich zur Wahrheit werden soll, ist auch die höchst drückende sogen. Koscher-Abgabe, als reine konfessionelle Steuer abgeschaft worden, und sehen wir hierin wie ivir hoffen, einen sichern Beweis) daß es der Regierung und den Vertretern des Landes ernst ist, die alten Fesseln zu brechen, die uns Juden noch immer in sozialer und politischer Beziehung einschränken. — Italien — Die ״Opinion nationale" hatte gemeldet, der Vetter des Papstes PiusIX., Bardinal Mattei, Bischof von Velletrie, habe auS seinem Sprengel alle Juden ausgetriebeu; da kam das klerikale Blatt ״Le Monde" und leugnete die Sache mit dem Zusatze, ״cs gäbe in Velletrie gar keine Juden". Die ״Opinion nationale" kommt jetzt auf den Vorfall zurück/ Danach stellt sich derselbe so heraus: In Velletrt wie tn Civita wohnt allerdings nur eine jüdische Familie, welche durch ein altes Decret die Erlaubniß hat, dort zu woh- Ncn; diese blieb in Velletrie verschont. Aber seit 1849 hatten sich unter den Augen der Franzosen mehrere jüdische Familien in der Diöcese Velletrie niedergelassen, und eine noch ansehnlichere Anzahl jüdischer Kleinhändler aus Rom fand sich dort ein, um die Märkte zu beziehen. Die ״Opinion nationale" ״erklärt nun bestimmter als je", daß sämmtliche Juden, mit Ausnahme der in Folge eines alten Dekretes in Velletrie geduldeten^ durch ein Decret des CardinalS Mattei aus dem Sprengel ausgewiesen und allen israelitischen Händlern das Beziehen von Jahrmärkten in der Diöcese verboten ward. Die ״Opinion" setzt hinzu, man habe lange gezögert, Berufung an die öffentliche Meinung einzulegen, weil man gehofft habe, der Papst