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Jeschurun · 1862-12-01 · Heft 3 (Dezember 1862) · p. 141

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
9 (1862-1863)
Issue
Heft 3 (Dezember 1862)
Article
Deutschland : Hannover [Nachricht]
Date
1862-12-01
Page
141 (sequence 2)
Language
German
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IRI
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141 religiösen Geistes und Lebens für die Zukunft verbürgen. Möge es an regem, anhaltendem, thätigem Eifer nicht fehlen, so wird der Segen dessen, der Sein heiliges Gesetz für alle Zeiten gegeben, nicht ausbleiben. Aus der Pfalz, 14. Nov. Auf kirchlichem Gebiete ist es gegenwärtig außerordentlich still und ruhig. Das alte. Gesangbuch ist fast überall in ungestörtem Gebrauche, die Reibungen zwischen Geistlichen und ihren Gemeinden haben in der Hauptsache aufgehört, die Pfarrer, welche wegen Mißliebigkeit aus ihren Gemeinden entfernt worden sind, haben sich, sicherem Vernehmen nach, mit ihren neuen Gemeinden auf den vollständigsten Friedensfuß zu setzen gesucht und unsere beiden frommen Kirchenblätter haben ihre wilde Polemik gegen die Freunde der Union auch allmählig eiugestellt. Nur das eine fromme Blatt, der ״Evangelische Kirchenbote", hat sich jetzt einen anderen Tummelhlatz dieser Polemik ausgesucht, nämlich die gegen die — Juden. Diese werden eine ״Landplage" und ״Schmarotzerpflanze" genannt, und, dem freien Land Baden, das ohnlängst die volle Emancipation der Juden ausgesprochen, wird dafür ordentlich der Text gelesen. Wir sagten soeben, äußerlich sind bei uns alle still und ruhig. Wir meinen damit, daß die Gemeinden zwar ruhig seien, aber mit der höchsten Spannung der Dinge entgegensehen, die uns von der Regierung demnächst bescheert werden sollen. Diese Dinge sind namentlich Generalsynode, auf welcher eine, auf dem Grundsätze einer freien Gemeindevertretung beruhende neue Wahlordnung beschlossen werden soll. Unsere protestantische Bevölkerung hat zur Regierung, die bis jetzt schon so Vieles zur Wiederherstellung des allgemeinen kirchlichen Friedens gethan, das vollste Vertrauen, daß sie auch in dieser so hochwichtigen Frage der Gemeindevertretung den Freunden der unirten Kirche so bald als möglich gerecht werden wird. (F. I.) 8 Creseid. In einem kleinen Orte in unsrer Nähe, erregte folgendes Faktum die freudige Aufmerksamkeit der ganzen Gegend. In Linn wohnten nämlich 2 jüdische Familien die im Vereine mit einen dritten der sich ihnen zugesellte, ihren Gottesdienst in einem kleinen unscheinbaren zu diesem Zwecke gcmietheten Locale abhalten müßten. Ein adliger Gutsbesitzer, Herr von Greif, der diesen Uebelstand seit längerer Zeit kannte, hatte schon früher einen Bauplatz für 1000 Thaler angekauft, den er der kleinen Gemeinde zum Bau einer Synagoge überlassen wollte. Er starb vor Kurzem ehe er sein Projekt zur Ausführung bringen, konnte. Um so freudiger war man überrascht, als sich in seinem Testamente ein Legat von 8000 Thlr. zum Bau einer Synagoge vorfand. Seinen Erben war zugleich aufgetragen die Einrcgistrirungkosten zu tragend Möge dieser Akt der Humanität dazu beitragen, den von den ver-

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