Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 9 (1862-1863)
- Issue
- Heft 3 (Dezember 1862)
- Article
- Deutschland : Breslau [Nachricht]
- Date
- 1862-12-01
- Page
- 140 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
- correspondence
- OCR quality
- 93% known words query
- IRI
…/2932754-2932919-2932923--07912-2947518- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
140 tive Partei verficht die Wahrheit und das Recht und hat mit rttterlichen Waffen zu kämpfen. Den Gegner mit Schmutz zu bewerfen, widerspricht dem ritterlichen Gebrauche. Unsere christliche Liebe gebührt auch den Nichtchristen, ein witzloses Schmähen Andersgläubiger kann ich nur mißbilligen, zumal ich durchaus conscrvative Juden kenne, und weiß, daß nicht wenige der 2000 Abonnenten unserer Zeitung und sogar unter den Actionären derselben Juden sind. Achtung verdient der ehrliche Mann, er sei Jude oder Christ, Verachtung verdient jeder ehrlose Mann, er sei Jude oder Christ. Die neugegründcte Zeitung würde der conservattveu Sache schädlich sein, wollte sie durch maßloses Schmähen und witzloses Schimpfen der Wahrheit und dem Rechte zu dienen glauben. Hugo Graf Reichenbach. Hamburg, 26. Okt. GesternAbend hat die Bürgerschaft den zwischen den Hansestädten und der Pforte abgeschlossenen Additionalvertrag rattficirt und den von den Doctoren Riesser und Wolfsson eingebrachten Gesetzentwurf wegen Aufhebung des mosatschenRechts für Matrimonial-, Testaments- und Erbschaftssachcu definitiv angenommen. (!) (N.-Z.) Mannheim, 26. Oct. Nächsten Mittwoch findet in Karlsruhe eine Versammlung von Vertretern der israelitischen Gemeinden des Landes statt, um sich über eine Stiftung zum ehrenden Andenken der bürgerlichen Gleichstellung zu besprechen. Die Stiftung soll keine eonfesstonelle sein; von hier aus wird der sehr zwcckmäßige Vorschlag gemacht werden, eine neue Stifung nicht zu gründen, vielmehr eine bestehende, etwa die Pcstalozztsttftung, wirksam zu fundtren. (M. A.) □ Hannover 14. Nov. 1862. — Wie im vorigen Winter so auch dieses Jahr werden von den hiesigen Gelehrten Vorlesungen über verschiedene Zweige der jüdischen Wissenschaft gehalten. Der zahlreiche Zuhörerkreis, der sich dazu regelmäßig einfindet, legt erfreuliches Zeugniß ab, daß in unserer Gemeinde noch ein reges Interesse für das Studium unseres heiligen Schriftthums vorhanden ist. Indem wir unsere Anerkennung den Herren, welche diese Vorträge veranstalten, gerne zollen, hoffen wir, daß sie der Förderung und Erweckung jüdischen Geistes in unserer Mitte ein ungeschwächtes opferfreudiges Interesse stets zuwenden wollen, und daß sie diese Vorträge nur als einen Versuch betrachten mögen, dessen gedeihlicher Ausfall ihnen zu weiterer bedeutender Thätigkeit als Sporn dienen möge. Wo sich noch eine große Anzahl Männer findet, die eine so lebhafte Theilnahme für die jüdische Wissenschaft an den Tag legen, da kann cs nicht unmöglich sein, Institutionen in's Leben zu rufen, die die Erhaltung eines frischen