Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 9 (1862-1863)
- Issue
- Heft 1 (Oktober 1862)
- Article
- Serbien [Rezension]
- Date
- 1862-10-01
- Page
- 48 (sequence 2)
- Language
- German
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b,«t Serbenstadt Ausstände von wenigstens 500,.000 fl., die es ihneu schwer werden wird, etnzrtreiben, wenn sie die hiesige Gegend ganz verlassen müssen. Für weitere 500,000 fl. haben dieselben Waare hierher geflüchtet, welche, für Serbien bestimmt, ihnen wiedernm schwer werden' dürfte, anderweitig zu verwerthen. Italien. Aus der neuern Geschichte der Juden in Rom. Nach den Jahren 1848 und 1849 waren die Juden in Rom beschuldigt, eine große Masse den Kirchen und reichen Geistlichen gestohlener Gegenstände gekauft und geborgen zu haben. Sobald diese Anklagen ausgesprochen und von der päbstlichen Polizei begierig ausgegriffen waren, sah man plötzlich das Ghetto von allen Seiten von der bewaffneten Macht durch eine dreifache Reihe von Bajonetten abgesperrt, während ein Schwarm wüthender und trotziger Polizeiagenten die Häuser des Judenvtertels von unten bis oben durchstöberte. Die periodische Presse hallte damals von Klagen über die Leiden der unglücklichen Juden, die während mehrerer Tage förmlich in ihren Wohnungen blockirt waren, wider. Und was war der Erfolg dieses ganzen Lärms und dieser so großartigen Entfaltung der bewaffneten Macht? Ahe mit so vieler Emphase in Beschlag genommene Gegenstände mußten ihren Besitzern wieder gegeben werden, denn trotz allen eifrigen Bemühens, wenigstens einige Schuldige zu finden, hatte die Magistratur auch nicht die Gelegenheit einen einzigen Proceß einzuleiten. ■*, Unter den als verdächtig ergriffenen Gegenstände figurirten ganz besonders zwei Kutschen aus den päbstlichen Ställen und ein Meßgewand mit dem Namenszug Pius IX. Diese drei Gegenstände hatten die Ehre den größten Skandal zu machen. Die Händler bei denen sie gefunden waren, wurden festgesetzt und der katholische Fanatismus, der endlich eine große Entdeckung gemacht zu haben glaubte, stimmte seinen Triumphgesang an und ließ die beiden Karossen mehremal über den Corso fahren um die Volksrache gegen die Juden zu wecken. Wie groß war aber nach einer solchen Demonstration das allgemeine Erstaunen, als der Händler eine ganz ordnungsmäßige Qutttung über den empfangene» Kaufpreis der beiden Kutschen vorbrachte, die er von dem Stallmeister des Pabstes gekauft hatte, welcher zum Verkauf aller derartigen, außer Dienst gesetzten Gegenstände, bekanntlich autorisirt ist. Allein dieser Herr Stallmeister hatte während der damals herrschenden Verwirrung für gut befunden, diese beiden Kutschen unter die während der Revolution gestohlenen Sachen rangtren zu lassen. Auf Grund dieser unbestreitbar ächten Quittung wurde