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Jeschurun · 1862-09-01 · Heft 12 (September 1862) · p. 594

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Journal
Jeschurun
Volume
8 (1861-1862)
Issue
Heft 12 (September 1862)
Article
Deutschland : Nikolsburger Zustände ... [Nachricht]
Date
1862-09-01
Page
594 (sequence 2)
Language
German
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der um Oesterreichs Entwickelung so hochverdiente Sonnenfels, seine Wiege in der Judengasse stehen hatte. — Nach dem ״Mährischen Correspondenten" findet man auch in änderen Bädern der Markgrafschaft ähnliche konfessionelle Sonderungen, so in dem bekannten Luhatschowitz, welches dem Grafen Gabor Serenyi, Landtags-Abgeordneten und Mitglied des mährischen Landesausschusses, gehört. Schweiz. Bern, 14. Aug. Das aargauische Volk hat sich vorgestern ermannt und die Versuchung der Ultramontanen, die den ltberaten Beschluß des großen Rathes hinsichtlich der Juden-Emancipatton, zu dessen Sturz benutzten, von sich gewiesen. Obschon nicht alle Wahlen vollendet sind, so ist doch gewiß, daß die Liberalen von 200 Stimmen auf 120 zählen können. Der reformirtc Aargau und das Frickthal standen wie Mauern da mitten tu der ultramontanen Brandung. Von! Frickthal, einer ganz katholischen Landschaft, ist bkses sehr zu rühmen, und der ״Schweizerbote", das Organ von Aug. Keller, hebt es auch hervor, baß dort der freisinnige Geist aus Katser Zoseph's Zeiten nach 100 Jahren noch lebendig sei und allen Verlockungen widerstehe. Aargau wird somit, so versichert Keller, das Banner des Liberalismus auf dem Nacken der Jesuiten fort und fort hoch tragen. Die Judenemancipatton wird bleiben, und es dürfen andere, den allgemeinen Volkswünschen entsprechende Aenderungen in der Verfassung und Gesetzgebung nun gewiß mit größerer Beförderung angebahnt werden. (S. M.) □ Apperyn eines Reisenden. Eine Geschäftsreise führte mich kürzlich über Wien, Triest nach Italien und bot mir Gelegenheit einige Notizen über die Zustände der Gemeinden, die ich besuchte, zu sammeln. Vielleicht haben sie einiges Interesse für die Leser Ihres geschätzten Blattes. Flüchtige Eindrücke stnd's, wie sie der kurze Aufenthalt eines in Geschäften Reisenden gewähren, und wollen daher mit dem ganzen Vorbehalt, den dieser Umstand zur Pflicht macht, dargeboten sein. - Die Gemeindeverhältniffe der Stadt Wien sind hinlänglich bekannt, und bedürfen keiner Berührung. Es giebt dort Besriedigung für alle Richtungen der religiösen Anschauung. Wir wohnten einer Trauung im alten Tempel bei. Wir hatten den Redner früher gehört. Heine Stimme schien uns an Wärme und Klang verloren zu haben; was uns jedoch mehr als das unangenehm berührte, waren die Schmeicheleien des jungen Paares und ihrer Familien,

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