Mannheim
Compact Memory

Jeschurun · 1862-09-01 · Heft 12 (September 1862) · p. 577

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
8 (1861-1862)
Issue
Heft 12 (September 1862)
Article
Altjüdische Frömmigkeit
Date
1862-09-01
Page
577 (sequence 6)
Language
German
Belongs to
article
OCR quality
95% known words query
IRI
…/2932754-2932905-2932918-2947218--07691-2947264
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

Das Buch der Fromme», 877 Nichtfprechen nimmer. Ehe ich gesprochen, bin ich Herr meines Worteö; habe ich gesprochen, ist es mein Herr. 45 (87). ״Er gicbt dir Erbarmen und erbarmt sich dein!" Wer sich der Menschen erbarmt, des erbarmt man sich im Himmel. Fühlt ein Mensch kein Erbarmen, was ist zwischen ihm und dem Thicre, das auch kein Mitleid und Mitgefühl kennt mit dem Leid seines Thiergefährten! 46 (88, 89). Wer Haß säet, erndet Reue. Reue ist das Ende vom Zank. Darum warte ein wenig und erspar dir die Reue. Willst du dich rächen an deinem Feind, mache dich besser als er. Wer sich mit Gott in's Reine bringt, den bringt Gott mit den Menschen in's Reine. Welt-Entsagung: Herzensmuße und Körper-Ruh'; WeltvergötteZ rung: Herzensstörung und Körper-Müh'. — Erschrick wenn Menschen dir Lob spenden, das du nicht verdienst. — Sei nicht begierig nach Reden und Neuigkeiten; sie führen des Menschen Herz von der Lehre ab. 47 (94). ״Und tödtete Er mich, ich harrte sein!" Möchten wir uns doch ein Beispiel an den Rittern nehmen, die aus Herrngebot in den Kampf ziehen, ihre Tapferkeit zu zeigen, vor keinem Schwerdte zurückweichen, sich lieber verwunden und tödten lassen, und alles dies nur um der Schande willen; es gereichte ihnen zur Schande wenn sie flohen; und wenn sie in dem Kriege sterben, empfangen sie doch keinen Lohn von ihren Herrn. Um wie viel mehr sollten wir tapfer alle Leiden und Schmerzen, selbst bis zur Hinopferung unseres Lebens im Aufgebot unseres Königs, des Herrn des Weltalls, dulden, sein Name sei gesegnet! 48 (9s). Liebe ״Vielleicht" und hasse ״Waö-liegt-daran"! Liebe Vielleicht: Thue ich dies, sage ich dies, seheich dieö, höre ich dies: vielleicht kann ich dadurch zu einem Unrecht kommen! Hasse: Waö-liegt-daran! Was liegt daran unnütze Gespräche zu führen, was liegt daran leichtfertige Rede zu hören, bleib doch ׳in meiner Gewalt und werde nicht sündigen! 88*

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.