Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 8 (1861-1862)
- Issue
- Heft 10 (Juli 1862)
- Article
- Frankreich : Ein sehr unangenehmer Vorfall ... [Nachricht]
- Date
- 1862-07-01
- Page
- 508 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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508 ließ bas Consistoriunt — wie d. Utt. Jsr. bcrichteti — ein Schreibcn an die Administration des Tempels mit der Aufforderung die Ordnung und Würde in der Synagoge stets aufrecht zu erhalten. Metz. Das Consistorium Hierselbst hat wie d. ״An. Jsr." meldet die glückliche Idee, mit obrigkeitlicher Genehmigung eine Lotterie zur Erbauung eines neuen israelitischen Hospitals zu untcrnehmen. Dieselbe besteht aus 80,000 Losen zu 1 Frs. Von diesen 80,000 Frs. werden 4000 Frs. als Gewinnst auf 1 Loos und dann zu noch andern Gewinnsten für diejenigen die durch ihre Freigebigkeit das Werk unterstützen, verwendet werden. 5000 Frs. sind fürs Erste für die Kosten bestimmt die ein solches Unternehmen erheischt. * Italien. Triest. Die in Corfu erscheinende ״Cronica Jsraelitica" enthält statistische Bemerkungen über die Juden in Triest, nach welchen eine große Anzahl ehrenvolle öffentliche Stellungen innehaben. Die dort gegebene Liste enthält: Einen Viceprästdcnten des Stadtraths, belgischer Corsul und Präsident der triestener Handelsbank; sechs Stadträthe; einen Vicepräsidenten der Handels- und Ändustrie-Kammer, zugleich hessischer Consul und Direktor des österreichischen Lloyd; drei wirkliche Mitglieder dieser Kammer; ein Direktor der Kaufleute; drei Advokaten; fünf Ritter verschiedener Orden. Ancona, im März 1862. Herr Jtamar Cohen erzählt in einem Briefe aus seiner Vaterstadt Ancona, wie er zu seiner Freude nach einer acht und zwanzigjährigen Abwesenheit seine hetmathliche Gemeinde, obgleich politisch völlig den andern Bewohnern gletchgestellt, doch noch in ungetrübter und ungeschmälerter Anhänglichkeit an die alte väterliche Religion wtedcrgefunden. Es sind noch diesesben religiösen Institutionen wie vor dreißig Jahren, dieselben Jefchiboth von drei Uhr Morgens bis neun Uhr Abends, derselbe Eifer für das religiöse-Heil, dieselbe Achtung für die Nabbinen. Am ersten Sabbath nach seiner Ankunft war Herr Cohen überrascht das ״große Halles" singen zu hören. Er hatte il sabato dei Francesi (den Sabbath der Franzosen) vergessen. Als nämlich der General Bonaparte in Italien gekommen war, hatte die Rückschritts- Partei und an deren Spitze einige fanatische Priester die Volksmenge in Ancona gegen die Juden, als die angeblichen Urheber der Ankunft der Franzosen aufgestachelt, die gekommen wären um die Religion in Italien abznschaffen. Man hatte beschlossen das Ghetto mit allen darin befindlichen Inden zu verbrennen, was ein so leichtes war, da bet geschloffenen Ghettothoren Niemand entschlüpfen konnte. Nur ein Wunder konnte sie retten. ,Die Franzosen hatten ihren Einmarsch in Ancona aus den Sonnabend Vormittag festgesetzt. Elende, schlechter, als Cannibalen,