Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 8 (1861-1862)
- Issue
- Heft 10 (Juli 1862)
- Article
- Schweiz : Die Einwohner von Aarau ... [Nachricht]
- Date
- 1862-07-01
- Page
- 504 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
- correspondence
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- IRI
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504 Rechte des Volkes, die bis jetzt makellose Ehre des Cantons gewährt - bleiben/' Ungarn. Pesth, 20. Mai. ״In der Ortschaft Belsnyes des Btharer Comitates hat sich dieser Tage eine romantische Geschichte begeben, die ganz im Geiste Sebastian Brunner's gehalten ist, und über welche der ״Sürgöny" vom 13. d. eine ausführliche Correspondenz erhält: ״Jener nicht geringe Theil der Bewohner unserer Stadt, — schreibt der Correspondent — welcher an die Wirklichkeit der verschiedenen erdichteten, den Juden zugeschriebenen gottlosen Thaten fester glaubt, als an die Dogmen seiner eigenen Religion, ist seit einigen Tagen in großer Aufregung. Und weshalb? Aus keinem anderen Grunde, als in Folge einer von einem kleinen Dienstmädchen geträumten, wahnwitzig eingebildeten, oder eben böswillig erdichteten Schaudergeschichte. Um den geneigten Leser nicht lange in Spannung zu halten, und in der Hoffnung, daß er beim Lesen der fraglichen Schaudergeschichte nicht in Ohnmacht fallen werde, enthülle ich den ganzen Thatbcstand ohne jede fernere Zurückhaltung. Indem die Belsnyeser Juden am 25. April l. I Gott rin Opfer bringen wollten, haben sie ein Christenmädchen in der Synagoge geschlachtet. Die jüdischen ״Schächter" sind verpflichtet, ihre ״Schlachtmeffer" beim jedesmaligen Schleifen dem betreffenden Rabbi vorzuweisen, und wenn dieser die Meffer nicht für vorschriftsmäßig scharf findet, so wird der mit denselben geschlachtete Gegenstand nicht für koscher gehalten. So geschah es, daß zwei Schächter vom Lande am 25. April l. I. zum Belsnieser Rabbi kamen und von diesem in die Küche gewiesen wurden, um ihre Meffer nochmals und besser zu schleifen. Das Dienstmädchen des Rabbi sah dies und erzählte voll Besorgntß dem Dienstmädchen des jüdischen Lehrers, daß sie sich wegen dieses verdächtigen Messerschleifens in großer Angst befinde. Am folgenden Tag, nämlich am 26. April, schickte die Frau des Lehrers ihr Dienstmädchen mit einem Buch in die Synagoge, welches ihr Mann zu Hause vergessen hatte; das Mädchen kam dem Auftrag nach und übergab das Buch dem Lehrer in der Synagoge. Acht Tage später begab sich das Dienstmädchen des Lehrers in ihre Heimath nach Remete und macht dort beim Ortsnotar die Anzeige, daß sie vor acht Tagen dem jüdischen Lehrer in Belsnyes ein Buch in die Synagoge getragen und in der Mitte derselben das mit den Füßen an einen Deckbalken ausgehängte Dienstmädchen des Rabbi gesehen habe; unter dem Kopf des Schlachtopsers sei ein hölzernes Gesäß gestanden, in welches das Blut des ermordeten Mädchens floß; sie selbst habe man auch tödten wollen, aber sie sei entflohen. Der betreffende Ortsnotar zeigte den