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Jeschurun · 1862-07-01 · Heft 10 (Juli 1862) · p. 503

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
8 (1861-1862)
Issue
Heft 10 (Juli 1862)
Article
Deutschland : Karlsruhe [Nachricht]
Date
1862-07-01
Page
503 (sequence 2)
Language
German
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IRI
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503 lediglich objektive, nicht prineiptell feindselige Gründe hat, findet nur 5 Stimmen. Hamburg, 22. Juni. Eines der Mitglieder der radikalen Opposition in der Bürgerschaft, Herr Wilhelm M a rr, hat es sich ejnfallen lassen, in dem in Bremen erscheinenden ״Courier an der Weser" ein Votum gegen die bürgerliche G l ei ch ste ll u n g d e r Juden abzugeben und dadurch einen wahren Sturm sowohl in der hiesigen Presse, als in dem demokratischen Verein, zu dessen Vorstände Herr Marr gehört, gegen sich erregt. Da nun Herr Marr nicht freiwillig aus dem Vorstande treten will, so hat der gesammte Vorstand seine Entlassung eingercicht. Schweiz. 8 Bern, 3. Juni. Die von dem Aaraucr großen Rathe beschlossene Juden-Emancipatton scheint den Canton in eine bedenkltche Krisis gezogen zu haben. Die ultramontane Partei nämlich, welche im großen Rathe ihre Opposition nicht geltend machen konnte, hat eine Petition in Umlauf gesetzt und bereits vielmehr als die geforderten 6000 Unterschriften zusammengebracht, welche den Regienmgsrath »öthigen wird, dem Volke die Frage vorzulegen, ob es in Folge des, Juden-Emancipations-Beschlusscs den großen Rath abberufen wolle oder nicht. Gelänge die Abberufung, fo wären die seit 11/^ Dccennien errungenen Culturfortschritte in Aarau vernichtet. Würde aber auch das jetzt herrschende liberale System nur durch eine starke Opposition im großen Rathe geschwächt, so wären die Folgen auch dieses Zustandes für das Land sehr bedenklich. Darum hofft man, daß der ganze protestantische Theil des Cantons bis auf den letzten Mann und mit ihm die liberale katholische Bevölkerung sich mit Macht gegen den Versuch des Ultramontanismuö, in die Zügel des Staates zu greifen, erheben wird. An der Spitze der Agitation steht der wegen polittschen Meineids verurtheilte Schleuntngcr, welcher sich in eine sehr innige Beziehung zum Piusvereine und der Propaganda gesetzt hat und von dorther sehr bedeutende Geldmittel erhält. — Die Einwohner von Aarau richteten an den großen Rath eine Erklärung, die also lautet: ״Eine ultramontane Partei nimmt die Frage der Emanctpation der Juden zum Vorwand, um den politischen Zustand unseres Cantons in Frage zu stellen und alte, längst überwunden geglaubte konfessionelle Zwistigkeiten wieder wach zu rufen. Die Unterzeichneten Einwohner von Aarau erheben sich gegen dieses Treiben und erklären, daß sie die Abberufung des großen Rathes als einen Schandfleck des EantonS ansehrn müßten. Die Unterzeichneten hoffen zugleich, daß die Bürger der übrigen aargauischen Gemeinden in großer Mehrheit sich diesem Proteste anschließen werden, und so die durch dreißigjährige Kämpfe erworbenen

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