Mannheim
Compact Memory

Jeschurun · 1862-05-01 · Heft 8 (Mai 1862) · p. 358

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
8 (1861-1862)
Issue
Heft 8 (Mai 1862)
Article
Ijar
Date
1862-05-01
Page
358 (sequence 2)
Language
German
Belongs to
article
OCR quality
91% known words query
IRI
…/2932754-2932905-2932914-2946888--07397-2946919
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

358 A-l. Gottcswclt, es ist ihm die allererste Bedingung des irdischen Gottcsreiches. Denn dieses Gottcörcich wölbt sich ihm nicht aus Halleluja's-Litancicn und Andachts-Aeoneu, sondern ans einem Zusammcnlebcn der Menschen auf Erden, das von einem solchen Geiste durchweht und getragen ist, vor welchem Feindschaft und Egoismus keine Glätte findet. Dieser Geist aber, der einzige wahrhafte Bringer jenes Reiches deö ewigen Friedens, der den Menschen als gutmüthig tröstender Traun! in Mitten ihres Elends und ihrer Entzweiuug vorschwebt, der nur in den Liedern der Poeten lebt und den die Menschen vergebens durch tausend künstliche Vcranstaltnngcu suchen, dieser Geist, der die Menschen-Liebe und das Menschcn-Recht in der Gottes-Huldigung wurzeln läßt und den Freibrief der Menschheit aus den Sternen holt, dieser Geist, den Gott als das Fnndament seines Reiches auf Erden gesetzt, er hat ihn nicht als das Angebinde auserlesener Geister, als eine Errungenschaft durchlebten und durch ämpftcn Lebens nur wenigen Auöcrwählten Vorbehalten; מפי עוללים ויונקים יסדת עוז, dem Munde von Kindern und Sänglingen ist er abzulauschcn, von vornherein gibt ihn Gott jedem Menscheu mit als Führer und Geleiter für die Reise durchs Leben; wir haben ihn nur bei den Kleinen zu Pflegen, haben ihn nur nicht zu verscheuchen und irre zu leiten, und wir haben unsere Kinder für das Reich Gottes erzogen. Denn also singt unser Psalm: Gott, unser Herr! wie herrlich ist dein Name auf der ganzen Erde, Da deiner Majestät Verkündung an den Himmeln glänzt. Aus dem Munde von Kindern und Säuglingen hast du eine unwidcrstehliche Macht gegründet, Um deiner Verdränger willen, Damit endlich aufhöre Feind Und wer nur in Selbstrache lebt. Sehe ich deine Himmel, deiner Finger Werk, Mond und Sterne, denen du die Bahn gerichtet: Was ist dann der Mensch, daß du dich seiner noch erinnerst, Was der Menschheit Sohn, daß du ihm sein Amt anweisest, Und ihn wenig von einem Gotte fehlen lassest, Ihn mit Ehre und Würde krönst!

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.