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Jeschurun · 1862-04-01 · Heft 7 (April 1862) · p. 349

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Journal
Jeschurun
Volume
8 (1861-1862)
Issue
Heft 7 (April 1862)
Article
Deutschland : Berlin, 19. Febr. [Nachricht]
Date
1862-04-01
Page
349 (sequence 2)
Language
German
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349 der Etd der Geschwornen geleistet wird. Es wird deßhalb deren Deraügemeinerung vorgeschlagen. . . Um dem confesstonellen Staudpunkke der Schwörenden jede mögliche Rechnung zu tragen, bleibe ihm die Htnzufügung solcher Worte anheimgestellt, die eine demselben gemäße stärkere Bekräftigung enthalten. Die ausdrücklich für aufgehoben erklärten Paragraphen der allgemeinen Gerichtsordnung bestimmen die besonderen Förmlichkeiten bet den Eidesleistungen der Juden, der nicht unirten Griechen und der Mubamcdaner." — Der Antrag ist von den Führern aller liberalen Fraktionen unterstützt, was die Annähme desselben Seitens des Hauses wohl schon im Voraus sicher» dürfte. Berlin, im März. Sämmtliche hiesige jüdistche Lehrer haben sich in Betreff der jüugst in dem Hause der Abgeordneten erfolgten Auslassungen deö Unterrichtsministers (in der Angelegenheit wegen der Anstellung eines jüdischen Lehrers an der Realschule in Posen) an den Vorstand ihrer Synagogengemetnde gewandt, damit dieser gegen etwaige Schädigungen in socialer Beziehung die geeigneten Schritte thue. (K. Z.) — Uebertritt zum Judenthum. Die ״Bresl. Ztg." berichtet: ״Hier ist ein junger Mann von ungefähr 25 Jahren, bisher der christlichen Cvnfcssion angehörig, unter genauer Beobachtung des streng orthodoren Cercmoniells, zum Judenthum übergetreten. Alle nach den Bestimmungen des jüdischen Ritualgesetzeö au ihn gerichteten warnenden und abmahnenden Vorstellungen waren vergeblich, der junge Mann wollte sich von seinem Vorhaben nicht abbringen lassen, sondern blieb fest bei der Erklärung, er bekehre sich zum israelitischen Glauben ans reinster Ueberzengung. Die eindrtngliche Frage, ob nicht etwa ein Liebesverhältniß oder materielle Rücksichten irgend welcher Art seinem Schritte zu Grunde liegen, wurde von ihm entschieden verneint. Der Vater des ans einem Provinzialstädtchen stammende» Proselhten soll Jude gewesen und zum Ehrtstenthume übergcgangen sein." Karlsruhe, 19. Febr. Es scheint sich zu bestätigen, daß die Gesammtheit der betreffenden Commission für die volle bürgerliche Gleichstellung der Juden sich erklärt hat. Die Bedeutnng der gegen die Emancipation eingelaufenen Petitionen wird von Ministerium und Kammer keineswegs unterschätzt. Beide wußten zum Voraus, daß man ein starkes Vorurtheil zu bekämpfen haben werde. Nimmer hätte sich dieses aber in solchem Maße geäußert, wenn man seine Kundgebungen nicht künstlich geschürt hätte! Gegenüber dem Verhalten anderer Staaten in gleicher Lage ist diese mit seltener Gehässigkeit betriebene Agitation für den unbefangenen Beobachter im höchsten Grade auffällig und muß ihn mit einem Peinlichen Erstaunen erfüllen. Von fast allen größeren Orten wird in-

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