Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 8 (1861-1862)
- Issue
- Heft 7 (April 1862)
- Article
- Gottvertrauen
- Date
- 1862-04-01
- Page
- 346 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 94% known words query
- IRI
…/2932754-2932905-2932913-2946799--07358-2946864- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Eottvertrauen. 346 Bei Gott auch such' ich fort und fort Den Schutz für unterdrückte Ehr'; Wen er beschützt als Heileshort Ist nimmer ohne Schutz und Wehr. Vertraut ihm denn zu allen Zeiten Und klagt Ihm eure Herzensnoth, Getrost! Er wird euch sicher leiten, Der immerdar derselbe Gott. Doch eitel ist der Menschen Weise, Der Großen Gunst voll Unbestand; Wiegt heut' sie schwer zu hohem Preise, Sie morgen fällt zu anderm Tand. Wer mochte wohl auf Trug vertrauen, Und Haschen nach geraubtem Gut? Ach, wollet auch auf Macht nicht bauen, Auf Ueberstuß und Siegesmuth. Denn was der Ew'ge einst verkündet, Gar oft im Leben tch's vernahm: Daß alle Menschenkraft entschwindet, Und Gottes Macht zum Siege kam. Und-seine Lieb' nur ist die reine, Und ewig seine Huld und Gnad'; Er lohnet nicht nach äußerem Scheine, Nein! nach des Menschen wahrer That.