Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 8 (1861-1862)
- Issue
- Heft 5 (Februar 1862)
- Article
- Die Kunst schön zu sein und lange zu leben
- Date
- 1862-02-01
- Page
- 240 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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- IRI
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240 Die Luvst schön z» sein und lange zu leben. הרהרתי במבואות המגפות. Es war mir mein Leben lang die'Thora nicht mein, ich habe die Thorah nicht als ״Lieblingsstudium" gehabt, sie war nicht meine ״Leidenschaft", sondern immer war sie mir etwas Göttliches, mein Thorah-lernen war mir stets ein Gottesdienst. So wie ich in Ehrfurcht und Bescheidenheit vor den Menschen gestanden, so stand ich in Ehrfurcht und Bescheidenheit auch stets vor der Thora und habe sie auch in Gedanken stets als ein Heiligthum gehalten. So wie ich Achtung hatte vor jeder Menschenseele, wie ich das kleinste Kind in unserm Hause achtete und mich zurückhielt vor Aufbrausen, so bin ich auch immer von dem Gedanken beseelt gewesen, die..Ahora sei, mein Handwerk nicht, mein Ge- MM,,wWt,..die Thora war mein Gebieter. Und mein ganzes Leben war geleitet durch die Thora, was ich aus ihr gelernt, das sollte auch praktisch verwirklicht werden im Leben, das sollten die Tcphillin mir in's Hirn prägen, das sollten die leitenden Beweggründe meiner Handlungen werden, ״ich ging nie vier Ellen ohne Tephillin." Und wie die Thora mir heilig war, so war mir heilig Alles was. an die Thora gränzt, und ״nie habe ich Freude gehabt an der Schwäche, an der Herabwürdigung meines Nächsten, habe nie einen Menschen genannt mit einem Beinamen. ״In jedem Menschen erkannte ich das Ebenbild Gottes und wie die Thora mir heilig war, so waren es auch die Menschen und die Herabwürdigung eines Menschen war mir die Herabwürdigung eines göttlichen Ebenbildes. Das sind Ingredienzen aus dem Lebensverlängernngsrecepte, das die Weisen unseres Volkes denen in die Hand geben, die lange leben mochten, sie können es lernen von diesen Chachamim des Lebens das Geheimniß der Makrobiotik und der Kosmetik —: sich zu jener Anschauung zu erheben und sie zum Ausgangspunkt aller Gedanken, zum Angelpunkt aller Entschlüsse und Handlungen zu machen, jene Anschauung und jene Höhe, auf der es nicht wie bittrer Spott und Ironie klingt, sondern der aus tiefinnerster Ueberzeugung die Worte entquillen: Zu zwanzig Jahren so schön wie zu sieben und zu hundert Jahren so unschuldig wie zu zwanzig. —c—