Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 8 (1861-1862)
- Issue
- Heft 4 (Januar 1862)
- Article
- Rußland : Warschau, 10. Dez. [Nachricht]
- Date
- 1862-01-01
- Page
- 212 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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212 sels, an dem die jüdische Gemeind sehr viel verliert, wird, wie es heißt, Rabbiner in Amsterdam werden. Warschau, 19. Dec. Bis jetzt ist über Milderung desUrtheilsspruches gegen den Administrator des Erzbisthums, Bialobrzeski, auf zehnjährige Verbannung nach Sibirien noch nichts mit Gewißheit zu sagen; es sind blos Verinuthungen. Commerzienrath Schlenker, Peter Stecki und einige Andere sollen auf 5 Jahre, Phothograph Beyer auf 3, Andere auf zwei Jahre nach Sibirien vcrurtheilt sein. Der Kaufmann und Synagogen-Aelteste Feinkind ist nur gegen bedeutende Caution, weil er Liefernngs-Contracte gegen die Regierung zu erfüllen hat, bis auf Weiteres freigelassen worden; Moritz Braumann ebenfalls, jedoch dürste die Sache damit noch nicht abgethan seyn. Lithograph Fleck soll zu den Soldaten eingestellt werden. (Mg. Pr. Z.) Warschau, 24. Dec. Die altgläubige Gemeinde hat einen Unterrabbiner, der gegen die Theilnahme der Juden an den polnischen Demonstrationen protestirte, der Regierung zur Bestätigung vorgestellt. Die reform-jüdische Gemeinde scheint noch keine neue Wahl getroffen zu haben. Von dem Schicksal der arretirten Rabbiner und Prediger ist »och nichts zu vernehmen. Eine Wiederanstellnng soll indeß keinenfalls erwartet werden dürfen. Warschau, 27. Dec. Trotzdem, daß über Oberrabbiner Metsels noch kein Urtbeil gefällt ist, hat sich doch die Behörde veranlaßt gesehen, einen Rabbiner an seiner Stelle einzusetzen. Sie wählte dazu einen ganz obscuren Man!» Da die Juden nur einen gewähltcn Rabbiner haben können, die Ernennung eines Solchen aber nicht anerkennen, so läßt sich denken, in welcher Achtung ein ihnen Oc- Lrvylrter bei ihnen stchen kann, zumal wenn dessen Befähigung der . Art ist, wie die dds jetzt Ernannten. Vorgestern ließ der Gouverneur den erschrockenen neuen Rabbiner hole!!, und erklärte ihm, daß die Regierung von den Juden erwartet, daß sie sich in politische Sachen nicht mehr mischen werden (?). Die Stadt erfuhr von andern Leuten, wozu der Rabbiner geholt wurde, da dieser selbst kein Wort von Dem verstand, was ihm der Gouverneur sagte. Soll dieses der Weg sein, um sich beim Volke Achtung zu verschaffen? (Brcsl. Z.) Amerika. In Newyork hat sich kürzlich ein Kavallerie-Reg iment gebildet, das größtentheils aus Juden besteht, daher sich ein Rabbi um die Feldpredigerstelle bei demselben bewarb. Der Kriegsminister erwiederte jedoch, daß eine Congreß-Acte nur die Anstellnng von Feldpredigern gestatte, die irgend einem christlichen Bekenntniffe angehören.